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Leukämie

Stammzelltransplantation geeignet für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie nach Behandlung mit zielgerichteten Hemmstoffen?

Original Titel:
Clinical impact of pretransplant use of multiple tyrosine kinase inhibitors on the outcome of allogeneic hematopoietic stem cell transplantation for chronic myelogenous leukemia.

Chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine Krebserkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. In der ersten Phase, der sogenannten chronischen Phase, erfolgt die Behandlung üblicherweise mit Medikamenten aus der Gruppe der Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI). Diese sind zielgerichtete Medikamente, das heißt, sie erkennen die Krebszellen und hemmen deren Vermehrung. Zu den TKI Wirkstoffen gehören Imatinib, Nilotinib und Dasatinib. Sie werden über einen längeren Zeitraum täglich und in Form von Tabletten eingenommen und führen meistens zu einem Krankheitsrückgang. Bei manchen Patienten kommt es im Laufe der Erstbehandlung (erste Therapielinie) zu einer Intoleranz oder Resistenz, d. h. die Therapie wird unverträglich oder unwirksam und es kommt zum Krankheitsrückfall. Daraufhin folgt die zweite Therapielinie. Inzwischen steht eine Vielzahl dieser neuartigen, zielgerichteten TKI, zur Verfügung, sodass sie nun auch als zweite und dritte Therapielinie für CML-Patienten in Betracht kommen. Aus diesem Grund wird die allogene Stammzelltransplantation überwiegend für CML-Patienten mit Krankheitsfortschreiten oder nach erfolglosen Therapien mit verschiedenen TKI angedacht.

In einer aktuellen Studie stellten Wissenschaftler die derzeitige klinische Situation von 237 CML- Patienten in der chronischen Phase dar und untersuchten, ob vorherige TKI-Behandlungen das Ansprechen auf eine allogene Stammzelltransplantation beeinflussten. 153 der Patienten bekamen einen TKI, 49 Patienten bekamen zwei TKI und 35 bekamen drei verschiedene TKI  vor der allogenen Stammzelltransplantation verabreicht.

Die Untersuchung zeigte, dass sich nicht nur die üblichen Risikofaktoren, wie das Alter der Patienten und der Erkrankungszustand zum Zeitpunkt der Transplantation ungünstig auf den Therapieerfolg auswirkten, sondern auch die Vorbehandlung mit drei TKI. Patienten, denen drei TKI verabreicht wurden, zeigten eine höhere Sterblichkeit, die nicht mit dem Krankheitsrückfall verbunden war, als Patienten, die nur mit einem oder zwei TKI behandelt worden waren. Den Ergebnissen zufolge geben die Forscher an, dass eine allogene Stammzelltransplantation eher für jüngere CML-Patienten in der chronischen Phase geeignet ist, wenn die zweite Therapielinie mit TKI durch Auftreten einer Resistenz unwirksam geworden ist und wenn ein geeigneter Spender zur Verfügung steht.

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