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Lungenkrebs

Neue Therapie verlängert Überleben bei fortgeschrittenem Lungenkrebs

Original Titel:
Nivolumab Versus Docetaxel in Previously Treated Patients With Advanced Non–Small-Cell Lung Cancer: Two-Year Outcomes From Two Randomized, Open-Label, Phase III Trials (CheckMate 017 and CheckMate 057)

Für Patienten mit Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium stellt die neuartige Immuntherapie mit den sogenannten Checkpoint-Hemmern eine mögliche Alternative zur bisher üblichen Chemotherapie dar. Einer dieser zielgerichteten Wirkstoffe ist Nivolumab. Bisherige Studien haben gezeigt, dass Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) von der Behandlung mit Nivolumab profitieren können. Je nachdem welche Zellen in der Lunge entarten und beginnen, sich unkontrolliert zu teilen, unterscheidet man verschiedene Unterformen von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Die häufigste Form, von der etwas 40 % bis 45 % der Patienten betroffen sind, ist das sogenannte Plattenepithel-Karzinom. Mediziner sprechen dabei vom NSCLC mit Plattenepithel-Histologie.

In einer Studie, an der auch deutsche Krebsforscher beteiligt waren, wurde nun der Überlebensvorteil für Lungenkrebspatienten unter Nivolumab-Behandlung im Vergleich zur Chemotherapie mit Docetaxel genauer untersucht. Dafür wurden die Daten von 2 klinischen Studien ausgewertet, in denen NSCLC-Patienten mit Plattenepithel-Karzinom (CheckMate 017) bzw. mit sonstigen NSCLC-Unterformen (CheckMate 057) behandelt wurden. Insgesamt hatten 272 Patienten ein fortgeschrittenes NSCLC mit Plattenepithel-Histologie und bei 582 Patienten lag eine der anderen Formen von NSCLC vor. Alle hatten bereits Platin-basierte Chemotherapie, zum Abtöten der Tumorzellen, verabreicht bekommen, erlitten aber dennoch einen Krankheitsfortgang während oder nach der Behandlung. Die Patienten wurden in 2 Gruppen eingeteilt und bekamen entweder zielgerichtete Therapie mit Nivolumab (3 mg pro kg Körpergewicht; alle 2 Wochen) oder Chemotherapie mit Docetaxel (75 mg pro qm; alle 3 Wochen) verabreicht. Anschließend wurden die Patienten in regelmäßigen Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von mindestens 24,4 Monaten beobachtet.

Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass nach 2 Jahren noch 23 % der mit Nivolumab behandelten und 8 % der mit Chemotherapie behandelten Patienten mit Plattenepithel-NSCLC am Leben waren. Von den NSCLC-Patienten mit anderen Unterformen waren nach 2 Jahren noch 29 % mit Nivolumab und 16 % mit Chemotherapie am Leben. Die Forscher beobachteten, dass unter Nivolumab-Behandlung 37 % der Patienten mit Plattenepithel-Karzinom und 34 % der Patienten mit sonstigem NSCLC auch nach 2 Jahren noch erfolgreich auf die Therapie ansprachen. Im Gegensatz dazu konnte unter Chemotherapie in keiner der beiden Patientengruppen ein dauerhaftes Ansprechen festgestellt werden. Das Sterberisiko konnte mit Nivolumab im Vergleich zur Chemotherapie um 28 % reduziert werden. Darüber hinaus waren die Patienten mit Nivolumab im Vergleich zur Chemotherapie von deutlich weniger unerwünschten Nebenwirkungen betroffen. Insgesamt traten bei 68 % der Nivolumab-Patienten und bei 88 % der Chemotherapie-Patienten Nebenwirkungen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen kamen jedoch nur bei 10 % der Nivolumab-Patienten und bei 55 % der mit Chemotherapie behandelten Patienten vor.

Aus diesen Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass die Behandlung mit Nivolumab im Vergleich zur Chemotherapie mit Docetaxel von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gut vertragen wurde und zu langfristigen Therapieerfolgen und somit verlängertem Überleben führen kann.

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