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Lungenkrebs: Patienten bewerten Behandlung mit Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie

Original Titel:
Health-related quality-of-life results for pembrolizumab versus chemotherapy in advanced, PD-L1-positive NSCLC (KEYNOTE-024): a multicentre, international, randomised, open-label phase 3 trial.

Die Entwicklung zielgerichteter Therapien hat die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs deutlich verbessert. In einer früheren Studie (KEYNOTE-024) konnte gezeigt werden, dass Patienten mit dem neuartigen Wirkstoff Pembrolizumab im Vergleich zu Platin-basierter Chemotherapie von einem längeren krankheitsfreien Überleben profitierten. Nun haben Forscher die im Rahmen dieser Studie erfassten Daten bezüglich Lebensqualität und Anwendbarkeit aus Sicht der mit Pembrolizumab bzw. Chemotherapie behandelten Patienten ausgewertet und veröffentlicht. Man spricht dabei von PRO-(Patient Reported Outcome) Daten, die eine zunehmend wichtige Rolle bei der Bewertung klinischer Studien spielen.

Insgesamt hatten 102 Untersuchungszentren in 16 Ländern an der Studie teilgenommen und Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs mit Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen in 35 Zyklen) oder Platin-basierter Chemotherapie (4 bis 6 Zyklen) behandelt. Die PRO-Daten wurden jeweils an Tag 1 der ersten 3 Therapiezyklen, dann alle 9 Wochen und nach der Behandlung im Laufe der monatlichen Kontrolluntersuchungen erfasst. Dabei wurden verschiedene spezielle Fragebögen verwendet, die auf unterschiedliche Aspekte der Lebensqualität ausgerichtet waren. Das Hauptaugenmerk lag auf dem Zustand der Patienten nach 15 Wochen im Vergleich zu Therapiebeginn. Dabei wurden insbesondere Verschlechterungen von Symptomen wie Husten, Brustschmerzen und Atemnot abgefragt.
Zwischen September 2014 und Oktober 2015 wurden 305 Patienten in die Studie eingeschlossen, wobei 154 mit Pembrolizumab und 151 mit Chemotherapie behandelt wurden. In jeder Gruppe gab es 3 Patienten, welche an den Befragungen nicht teilnehmen wollten, sodass die Daten von insgesamt 299 Patienten ausgewertet wurden. Den Angaben der Patienten zufolge lag die Einhaltung der Medikationsvorgaben zu Beginn der Studie bei 90 % und sank nach 15 Wochen in beiden Behandlungsgruppen auf 80 % ab. Von den Patienten in der Pembrolizumab-Gruppe waren 31 % von verschlechterten Symptomen betroffen, wobei es in der Chemotherapie-Gruppe bei 39 % der Patienten zu Verschlechterungen kam. Die Zeit bis zur Verschlechterung des Zustandes war in der Pembrolizumab-Gruppe deutlich länger im Vergleich zur Chemotherapie-Gruppe.

Aus den Patientenangaben schlussfolgern die Forscher, dass die Behandlung mit Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie mit verbesserter Lebensqualität verbunden war und somit ein geeigneter Kandidat zur Erstlinien-Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs sein könnte.

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