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Lungenkrebs

Bevacizumab und Chemotherapie auch für ältere Patienten mit Lungenkrebs geeignet?

Original Titel:
65Plus: open-label study of bevacizumab in combination with pemetrexed or pemetrexed/carboplatin as first-line treatment of patients with advanced or recurrent nonsquamous non-small-cell lung cancer

Die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs haben sich mit der Entwicklung zielgerichteter Therapien entscheidend verändert. Ein neuartiger Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Angiogenesehemmer ist der monoklonale Antikörper Bevacizumab. Er wirkt der Neuausbildung von Blutgefäßen entgegen, sodass die bösartigen Krebszellen nicht in die Blutbahn gelangen können und die Nährstoffversorgung des Tumors unterbunden wird.

In der deutschen „65Plus“-Studie wurde nun die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie bei älteren Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs untersucht. Insgesamt wurden 253 Patienten in die Studie eingeschlossen. Davon bekamen 119 Patienten Pemetrexed plus Bevacizumab und 134 Patienten wurden mit einer Kombination aus Carboplatin und Pemetrexed plus Bevacizumab behandelt. Hauptaugenmerk war das krankheitsfreie Überleben der Patienten, also die Zeitspanne zwischen Therapie und Krankheitsfortgang. Darüber hinaus wurde auch das Gesamtüberleben, das Tumoransprechen, d. h. die messbare Verkleinerung des Tumors, und die Verträglichkeit der Therapien beobachtet.

Die Untersuchungsergebnisse machten deutlich, dass die kombinierte Behandlung mit Carboplatin/Pemetrexed plus Bevacizumab zu einem Überlebensvorteil für Patienten führte, die in guter körperlicher Verfassung waren. Das krankheitsfreie Überleben dieser Patienten betrug knapp 7 Monate. Im Gegensatz dazu erlitten Patienten, die mit Pemetrexed plus Bevacizumab behandelt wurden nach 5 Monaten einen Krankheitsfortgang. Bei Patienten, deren körperlicher Allgemeinzustand, der sogenannte Performance-Staus, bereits eingeschränkt war, schien die Behandlung mit Pemetrexed plus Bevacizumab besser geeignet zu sein. Der Krankheitsfortgang konnte somit um knapp 3 Monate verzögert werden. Im Gegensatz dazu führte die kombinierte Behandlung mit Carboplatin/Pemetrexed und Bevacizumab zu einem krankheitsfreien Überleben von nur 1,5 Monaten. Zudem wurde die Behandlung mit Pemetrexed und Bevacizumab besser von den Patienten vertragen.

Aus den Ergebnissen der „65Plus“-Studie schlussfolgerten die Experten, dass der Behandlungserfolg bei älteren Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vom körperlichen Allgemeinzustand abhängig ist. Patienten mit einem guten Allgemeinzustand scheinen von der Verabreichung des Wirkstoffs Bevacizumab und der kombinierten Chemotherapie bestehend aus Carboplatin und Pemetrexed zu profitieren. Für bereits geschwächte Patienten scheint die Mono-Chemotherapie mit Pemetrexed plus zusätzliche Verabreichung von Bevacizumab besser geeignet zu sein.

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