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Einfluss von sozialen und seelischen Faktoren auf die Krankheitsaktivität von chronischen Darmentzündungen

Original Titel:
Differing Relationship of Psycho-Social Variables with Active Ulcerative Colitis or Crohn's Disease

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa handelt es sich um chronische Erkrankungen, bei denen die Krankheit mal mehr und mal weniger aktiv ist. Ruhephasen und Krankheitsschübe wechseln sich ab und auch das Ausmaß der Krankheitsschübe variiert. Doch wovon hängt der Schweregrad eines Krankheitsschubes ab? Können soziale und psychische Faktoren Auswirkungen auf die Krankheitsaktivität haben?

Dies untersuchte ein Forscherteam aus Be’er Scheva (Israel). Die Wissenschaftler befragten 122 Patienten mit Colitis ulcerosa (durchschnittlich 38,6 Jahre alt) und 305 Patienten mit Morbus Crohn (durchschnittlich 45,2 Jahre alt), die sich derzeit in einem Krankheitsschub befanden. Es wurden Fragen über ihre psychologischen Symptome (wie z. B. Depressionen oder Ängste), über negative Lebensereignisse, über ihre Strategien zur Krankheitsbewältigung, über ihre Lebenszufriedenheit und über ihre Lebensqualität gestellt.

Auffällig war, dass die Patienten mit Colitis ulcerosa mehr unter psychologischen Symptomen litten als Patienten mit Morbus Crohn. Bei Patienten mit Colitis ulcerosa stand das weibliche Geschlecht, ein jüngeres Alter, mehr psychologische Symptome, ein niedrigerer wirtschaftlicher Status, mehr negative Lebensereignisse, weniger Lebenszufriedenheit und eine geringere Lebensqualität mit einer höheren Krankheitsaktivität im Zusammenhang. Eine besondere Bedeutung hatten hier die psychologischen Symptome, der wirtschaftliche Status und negative Erlebnisse.

Bei Patienten mit Morbus Crohn waren es ebenfalls mehr psychologische Symptome, ein geringerer wirtschaftlicher Status, mehr negative Erlebnisse, eine geringere Lebenszufriedenheit und eine geringere Lebensqualität, die mit einem schweren Krankheitsverlauf zusammenhingen. Einen besonderen Stellenwert nahmen für diese Patienten negativen Lebensereignisse und psychologische Symptome ein. Anders als bei den Colitis ulcerosa-Patienten war bei den Morbus Crohn-Patienten die Krankheit aktiver, wenn der Patient älter war, arbeitslos war oder rauchte.

Soziale und seelische Faktoren können somit bei der Krankheitsaktivität von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eine Rolle spielen. Auffällig war, dass verschiedene Faktoren einen unterschiedlich starken Einfluss hatten, je nachdem ob der Patient an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt war. Dies sollte bei einer eventuellen Psychotherapie beachtet werden.

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