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Begleiterkrankungen erhöhen das Risiko für Krankheitsschübe

Original Titel:
Comorbidity increases the risk of relapse in multiple sclerosis: A prospective study.

Wie die Erkrankung Multiple Sklerose abläuft und sich auswirkt, ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Das erschwert nicht nur die Diagnose, sondern sorgt auch für ganz unterschiedliche Begleiterkrankungen. Viele MS-Patienten berichten, dass sie an Fatigue leiden, einer ungewöhnlichen Müdigkeit, die sich bereits nach leichter körperlicher oder geistiger Anstrengung einstellt. Andere wiederum leiden an Depressionen oder haben Probleme mit dem Gedächtnis. Ist der Verdauungstrakt betroffen, entstehen vielleicht Verstopfungen. Auch Schmerzen können auftreten.

Kanadische Forscher hatten dabei den Verdacht, dass diese Begleiterkrankungen außerdem auch noch das Risiko für Krankheitsschübe erhöhen. Daher haben sie über zwei Jahre hinweg Daten zu Begleiterkrankungen und der Schubhäufigkeit von 885 Teilnehmern gesammelt. Die Studienteilnehmer wurden in diesem Zeitraum regelmäßig in vier MS-Kliniken in Kanada untersucht und behandelt.

Die gesammelten Daten aus den zwei Jahren analysierten die Forscher mathematisch. Unter den Teilnehmern der Studie waren die häufigsten Begleiterkrankungen Angsterkrankungen (ca. 40 %), Depressionen (ca. 21 %), Bluthochdruck (ca. 18 %), Migräne (ca. 18 %) und eine Erhöhung der Blutfettwerte (Hyperlipidämie, ca. 12 %). Über die zwei Jahre blieb die Anzahl der Teilnehmer, die einen Schub hatten, stabil (erstes Jahr 14,9 %, zweites Jahr 13,2 %).

Die Forscher rechneten den Einfluss von Faktoren, die den Verlauf der Erkrankung mitbestimmten könnten, heraus. Dabei berücksichtigten sie das Alter, Geschlecht, Behinderung, Erkrankungsdauer und Behandlungsstatus der Teilnehmer. Ohne den Einfluss dieser Faktoren zeigte sich, dass Teilnehmer, die an drei oder mehr Begleiterkrankungen litten, ein höheres Risiko für neue Schübe hatten, im Vergleich zu Teilnehmern ohne Begleiterkrankungen. Von den Begleiterkrankungen in der Studie schienen Migräne und Hyperlipidämie außerdem den größten Einfluss auf die Schubrate hatten. Teilnehmer, die an diesen Begleiterkrankungen litten, hatten ebenfalls in diesen zwei Jahren öfter Krankheitsschübe.

Für MS-Patienten, die gleichzeitig an Migräne oder Hyperlipidämie leiden, oder die insgesamt drei oder mehr Begleiterkrankungen haben scheint eine engmaschigere Kontrolle sinnvoll zu sein. Weitere Studien sollen untermauern, dass alleine das Auftreten von Begleiterkrankungen eine intensivere Betreuung rechtfertigt.

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