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Nebenwirkungen bei der Behandlung eines lokal begrenzten Prostatakrebses – Vergleich zwischen Operation, Bestrahlung und aktiver Beobachtung

Original Titel:
Association Between Choice of Radical Prostatectomy, External Beam Radiotherapy, Brachytherapy, or Active Surveillance and Patient-Reported Quality of Life Among Men With Localized Prostate Cancer

Prostatakrebs zählt zu den langsam voranschreitenden Krebserkrankungen. Im Allgemeinen sind Männer im hohen Alter davon betroffen. Neben der operativen Prostataentfernung und der Strahlenbehandlung haben die Betroffenen auch die Möglichkeit sich einer aktiven Beobachtung zu unterziehen, d. h. es wird zunächst keine Therapie verabreicht, sondern in regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beobachtet, wie die Krankheit verläuft. Dadurch könnten den Patienten die körperlich sehr belastenden Behandlungen, wie z. B. Strahlentherapie und die damit einhergehenden Nebenwirkungen, erspart bleiben. Einige Leitlinien haben die aktive Überwachung sogar als Standard empfohlen.

Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakrebs wurden unterschiedlich behandelt

In einer Studie haben amerikanische Krebsforscher 1141 Patienten untersucht, bei denen zwischen den Jahren 2011 und 2013 ein lokal begrenzter Prostatakrebs festgestellt wurde. Bei 41 % der Betroffenen wurde die Prostata mithilfe moderner Operationsroboter vollständig entfernt. Bei 22 % der Patienten wurde eine äußere Bestrahlung mit angepasster Dosierung und bei 10 % eine innere Strahlenbehandlung (Brachytherapie) mit einer radioaktiven Substanz durchgeführt. Bei 27 % der Patienten wurden zunächst auf eine Behandlung verzichtet. Sie wurden aktiv beobachtet.

Je nach Behandlung traten Nebenwirkungen häufiger auf

Die Ergebnisse zeigten, dass nach 2 Jahren 57 % der operierten Patienten, 27 % der mit äußerer Bestrahlung und 34 % der mit innerer Strahlentherapie behandelten Patienten von Störungen der Sexualfunktion betroffen waren. Bei den Patienten, die sich für die aktive Beobachtung entschieden hatten, waren 25 % von gestörter Sexualfunktion betroffen. Patienten, die operiert wurden, waren deutlich häufiger von Harninkontinenz betroffen als Patienten, die eine äußere oder innere Bestrahlung bekommen hatten. Allerdings litten die bestrahlten Patienten häufiger unter Reizungen und Verstopfungen der Harnwege als die operierten Patienten. Bei den Patienten, die sich unter aktiver Beobachtung befanden, kam es im Beobachtungszeitraum aufgrund des fortschreitenden Alters ebenfalls zur verschlechterten Sexualfunktion und zu Harnwegsproblemen.

Die Forscher schlussfolgerten aus den Studienergebnissen, dass die verschiedenen Behandlungen mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden waren. Die individuellen Vorzüge der betroffenen Patienten sollten in die Therapieentscheidung miteinbezogen werden, um die Lebensqualität möglichst uneingeschränkt beizubehalten.

 

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