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Narbenbruch nach einer offenen Darmoperation bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung – Häufigkeit und Risikofaktoren

Original Titel:
Incidence and Factors Correlating With Incisional Hernia Following Open Bowel Resection in Patients With Inflammatory Bowel Disease: A Review of 1000 Patients

Viele Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kommen im Laufe ihres Lebens nicht um eine Darmoperation herum. Diese kann einige Komplikationen mit sich bringen. Eine häufige Spätkomplikation der Bauchchirurgie ist der Narbenbruch. Dieser kann noch Jahre nach der Bauchoperation auftreten. Bei einem Narbenbruch treten Eingeweide durch die Narbe aus der Bauchhöhle aus. Dies kann passieren, da eine Narbe in der Bauchwand eine Schwachstelle für die Stabilität darstellt und so unter Umständen dem Druck nicht standhalten kann. Wenn es zu einem Narbenbruch gekommen ist, muss dieser in jedem Fall operativ behandelt werden.

Die Forscher begleiteten die Patienten nach der Operation durchschnittlich 8 Jahre lang

Wissenschaftler der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) untersuchten nun, wie häufig Narbenbrüche nach einer offenen Darmoperation bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung vorkommen und welche Faktoren deren Entstehung beeinflussen. Hierzu untersuchten sie 1000 Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die sich einer offenen Darmoperation unterzogen haben. Durchschnittlich wurden die Patienten nach dem Eingriff 8 Jahre lang von der Studie begleitet.

Risikofaktoren für Narbenbrüche wurden identifiziert

Insgesamt war während des Studienzeitraums jeder 5. Patient von einem Narbenbruch betroffen (21 % der Colitis ulcerosa-Patienten und 20 % der Morbus Crohn-Patienten). Mit Hilfe von statistischen Analysen konnten die Wissenschaftler Risikofaktoren für Narbenbrüche identifizieren. Zu diesen zählten Infektionen der Operationswunde, ein erniedrigter Gehalt des Bluteiweißes Albumin, eine vorangegangene Darmoperation, Rauchen und das Anlegen eines künstlichen Darmausganges während der Darmoperation. Von diesen Risikofaktoren erhöhte die Wundinfektion das Risiko für Narbenbrüche am stärksten (3,7-mal so hoch). Auch das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose und zum Zeitpunkt der Operation und das Körpergewicht hatten einen Einfluss auf die Entstehung eines Narbenbruchs. Ihr Einfluss auf das Narbenbruch-Risiko war jedoch gering. Die Dauer der Erkrankung, die Einnahme von Steroiden vor der Operation, eine Therapie mit Wirkstoffen, die das Immunsystem unterdrücken, und Bluttransfusionen hatten hingegen keinen Einfluss auf die Entwicklung von Narbenbrüchen.

Narbenbrüche traten bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung nach einer offenen Darmoperation insgesamt recht häufig auf. Etwa jeder 5. Patient war davon betroffen. Es konnten einige Risikofaktoren identifiziert werden, die das Auftreten von Narbenbrüchen begünstigten. Der größte Risikofaktor war eine Infektion der Operationswunden. Dieses erhöhte Risiko sollte bei der Nachsorge der Patienten bedacht werden.

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