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Zu wenig Schlaf bei Kindern kann Übergewicht fördern

Original Titel:
Prevalence of adiposity and its association with sleep duration, quality, and timing among 9-12-year-old children in Guangzhou, China

Um den sogenannten Body Mass Index (kurz BMI) einer Person zu ermitteln, benötigt man die Angabe von Körpergewicht (in kg) und Körpergröße (in m). Die Formel für den BMI lautet: kg/m2. Während bei Erwachsenen ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 auf Normalgewicht hinweist, kann das optimale Gewicht von Kindern nicht uneingeschränkt anhand des BMI beurteilt werden. Denn im Laufe der Entwicklung kommt es bei Kindern zu alters- und geschlechtsbedingten Veränderungen der Körpermasse, die berücksichtigt werden müssen. Dazu wurden BMI-Perzentilen entwickelt, mit Hilfe derer das Gewicht eines Kindes im Vergleich zu anderen Kindern beurteilt werden kann. Die BMI-Perzentilen zeigen an, wie viele Kinder gleichen Alters in Deutschland dasselbe Gewicht aufweisen. Befindet sich ein Kind auf der obersten Perzentile (97. Perzentile), haben nur 3 % aller Kinder ein höheres Gewicht. Damit ist es wahrscheinlich, dass das Kind übergewichtig ist.

Forscher aus China und Großbritannien untersuchten die Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) bei Kindern im Zusammenhang mit ihrer Schlafdauer und -qualität. Für ihre Analyse untersuchten sie 5518 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren. Anhand von Fragebögen erfassten sie bei den Kindern die Schlafdauer an Wochentagen und am Wochenende ebenso wie die Schlafqualität. Geschultes Fachpersonal nahm bei den Kindern Messungen von Körpergewicht, Größe, Taillenumfang und Körperfett vor. Neben dem BMI (der mithilfe von Körpergröße und Körpergewicht bestimmt wird) sind Taillenumfang und Körperfett weitere wichtige Messwerte der Körperzusammensetzung. BMI, Taillenumfang und Körperfettgehalt geben gemeinsam einen guten Überblick darüber, ob eine Person Normalgewicht hat und ob die Verteilung des Körperfetts ungünstig ist oder nicht. Seit Langem ist beispielsweise bekannt, dass übermäßig viel Fett in der Bauchregion weitaus schädlicher ist als Fettdepots an Hüften oder Gesäß.

Höheres Körpergewicht und mehr Körperfett bei Kindern, die spät schlafen gehen

Die Auswertung der Ergebnisse der Studie zeigte Folgendes: Kinder, die länger schliefen, hatten niedrigere BMI-Perzentile und wiesen einen schmaleren Taillenumfang auf. Kinder, die erst spät zu Bett gingen, hatten dagegen einen höheren BMI-Perzentil-Wert und einen größeren Taillenumfang. Auch ihr Körperfett war erhöht. Keine Zusammenhänge konnten für die Schlafqualität gesehen werden.

Eine kürzere Schlafdauer und ein späteres Zubettgehen wirkten sich in dieser Studie nachteilig auf Parameter der Körperzusammensetzung bei Kindern aus. Damit könnte durch die Optimierung der Schlafbedingungen bei Kindern möglicherweise ein positiver Einfluss auf die Gewichtsentwicklung der Kinder genommen werden.

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