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Prostatakrebs

Kastrationsresistenter Prostatakrebs: Tumorprobe ermöglicht Vorhersage des Ansprechens auf Hormontherapie mit Abirateron oder Enzalutamid

Original Titel:
p53 status in the primary tumor predicts efficacy of subsequent abiraterone and enzalutamide in castration-resistant prostate cancer.

Das Tumorgewebe kann bestimmte Eigenschaften aufweisen, die entscheidend dafür sind, wir wirksam eine bestimmte Therapie ist. Amerikanische Forscher fanden heraus, dass die Bestimmung der fehlerhaften Veränderung von p53, nicht aber von PTEN, im Tumorgewebe die Mediziner dabei unterstützen könnte, das Ansprechen von Prostatakrebspatienten auf neuartige Hormontherapien mit Abirateron oder Enzalutamid vorherzusagen.


Die Behandlungserfolge bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs sind oft von speziellen Eigenschaften des Tumorgewebes abhängig. Liegen fehlerhafte genetische Veränderungen der biologischen Merkmale p53 und PTEN, zwei sogenannte Tumorsupressoren, die für die Reparatur von geschädigtem Erbgut in den Zellen verantwortlich sind, vor, so können bestimmte zelltötende Medikamente möglicherweise besser wirken.

Forscher untersuchten ob bestimmte Krebseigenschaften mit dem Ansprechen auf die neuartige Hormontherapie zusammenhängen

In einer Studie haben amerikanische Forscher nun genauer untersucht, ob die Bestimmung der Krebseigenschaften p53 und PTEN im Tumorgewebe der Patienten eine Abschätzung des Ansprechens auf die neuartige Hormonentzugstherapie mit den Wirkstoffen Abirateron und Enzalutamid zulassen. Sie haben die Daten von insgesamt 309 Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs untersucht, die entweder mit Abirateron oder Enzalutamid behandelt wurden. Von 101 der Patienten (33 %) standen Tumorproben zur Verfügung. In diesen Gewebeentnahmen haben die Forscher die Ausprägung und die genetische Beschaffenheit der Krebsmerkmale p53 und PTEN mit modernen Untersuchungsverfahren bestimmt. Das krankheitsfreie Überleben, d.h. die Dauer zwischen Behandlung und Fortschreiten der Erkrankung, und das Gesamtüberleben der Patienten wurde in Abhängigkeit von den festgestellten genetischen Veränderungen der Krebsmerkmale p53 bzw. PTEN verglichen.

P53 hat einen Einfluss darauf, wie gut die neuartige Hormontherapie wirkt

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die genetische Information für den Tumorsupressor PTEN bei 84 % der Patienten im Tumorgewebe nicht vorhanden war. Bei 27 % der Patienten war p53 vermehr im Zellkern angesammelt worden. Es konnte kein Zusammenhang zwischen krankheitsfreiem Überleben bzw. Gesamtüberleben und dem PTEN-Staus nachgewiesen werden. Allerdings war das Überleben deutlich mit der Bestimmung des p53 verbunden. Patienten, bei denen vermehrt p53 im Tumorgewebe nachweisbar war, hatten ein Gesamtüberleben von knapp 17 Monaten, wohingegen Patienten ohne p53 Ansammlung gut 31 Monate überlebten. Ähnlich verhielt es sich mit dem krankheitsfreien Überleben, das bei Patienten mit bzw. ohne p53 Ansammlung im Tumorgewebe bei knapp 6 bzw. 11 Monaten lag. Spezielle statistische Berechnungsmodelle bestätigten diese Untersuchungen und führten zu dem Ergebnis, dass das Vorkommen des Krebsmerkmals p53 in den Tumorzellen deutlich mit dem krankheitsfreien Überleben der Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs in Zusammenhang stand.

Die Forscher schlussfolgerten aus dieser Studie, dass die Bestimmung der fehlerhaften Veränderung von p53, nicht aber von PTEN, im Tumorgewebe die Mediziner dabei unterstützen könnte, das Ansprechen von Prostatakrebspatienten auf Hormontherapien mit Abirateron oder Enzalutamid vorherzusagen.

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