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Asthma

Asthma-Patienten mit Allergien brauchen häufiger Antibiotika bei Atemwegsinfekten

Original Titel:
Allergic asthma is associated with increased risk of infections requiring antibiotics.

Sind allergische Asthmapatienten anfälliger für Infektionen der Atemwege? Dieser Frage sind dänische Forscher nachgegangen und kommen zu dem Schluss, dass Menschen mit allergischen Asthma ein höheres Risiko für Atemwegsinfekte haben, die mit Antibiotika behandelt werden müssen als Asthmapatienten ohne Allergien.


Für Patienten mit Asthma ist es wichtig, Asthmaanfälle so gut es geht zu vermeiden. Bei Patienten mit allergischem Asthma ist bekannt, dass Infekte und Allergien zu Asthmaanfällen führen können, besonders wenn beides zusammen auftritt. Forscher aus Dänemark haben sich nun gefragt, ob Patienten mit allergischem Asthma aber grundsätzlich auch anfälliger sind für Atemwegsinfekte, die eine Behandlung mit Antibiotika erfordern.

Wie häufig benötigten die Patienten antiallergische Medikamente und Antibiotika?

Um das herauszufinden, haben sie auf Daten aus dem dänischen Asthma-Register zurückgegriffen. Sie identifizierten darin 60.145 Asthma-Patienten in ganz Dänemark, die zwischen 18 und 44 Jahren alt waren. Die anonymisierten Daten dieser Patienten verfolgten sie von 2012 an bis Ende 2013. Dabei schauten sich die Forscher an, wie häufig die Patienten verschreibungspflichtige antiallergische Medikamente und Antibiotika benötigten. Anhand der Verschreibung von antiallergischen Medikamenten konnten sie sehen, welche der Asthma-Patienten gleichzeitig an Allergien litten, und daher ein allergisches Asthma hatten. Das waren etwas weniger als die Hälfte, nämlich 48,5 %, der registrierten Asthma-Patienten. Bei der Auswertung schauten sich die Forscher auch an, ob Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schwere des Asthmas, Bildungsgrad des Patienten, oder ob die Patienten auf dem Land oder in der Stadt lebten, Einfluss auf die Ergebnisse hatten.

Erhöhtes Risiko bei allergischem Asthma

Aus den gesammelten Daten berechneten die Forscher, dass Patienten mit einem allergischen Asthma ein höheres Risiko hatten, mindestens zwei Mal im Jahr Antibiotika zur Behandlung von Atemwegsinfekten zu benötigen, als Asthma-Patienten ohne Allergien. Ihnen fiel allerdings auch auf, dass bei Patienten mit allergischem Asthma, die mit einer Immuntherapie behandelt wurden, das Risiko geringer war, als bei solchen, die nicht so behandelt wurden. Bei einer Immuntherapie werden dem Patienten in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum immer wieder kleine Mengen des allergieauslösenden Stoffes als Spritze oder Tablette verabreicht. So soll sich das Immunsystem an den Stoff gewöhnen und lernen, darauf nicht zu reagieren. Dadurch kann die Immunreaktion bei einer erfolgreichen Immuntherapie reduziert werden, dies erfordert aber eine konsequente Durchführung der Behandlung.

Die Ergebnisse der dänischen Forscher lassen sie zu dem Schluss kommen, dass Patienten mit allergischem Asthma häufiger an Atemwegsinfekten leiden, die eine Behandlung mit Antibiotika bedürfen, als Asthma-Patienten ohne Allergie. Eine Immuntherapie scheint aber einen schützenden Effekt zu haben und so das Infekt- und Anfallsrisiko zu senken.

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