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Asthma

Kein Giemen: Manchmal ist es trotzdem Asthma

Original Titel:
Evaluation of clinically and physiologically atypical asthma: If it doesn't wheeze it may still be asthma.

Pfeifende oder brummende Atemgeräusche, das typische Giemen, sind ein klassisches Asthmasymptom. Forscher aus Israel und Kanada weisen aber darauf hin, dass gerade bei jüngeren Kindern weitere Messwerte bei einer Untersuchung auf Asthma einbezogen werden sollten, da Giemen nicht immer auftritt.


Zu den typischen Symptomen von Asthma gehört auch das sogenannte Giemen. Darunter versteht man pfeifende oder brummende Geräusche, die während der Atmung entstehen. Diese Geräusche kann der Arzt beim Abhören der Lunge genau hören. Gerade bei Kindern kommt das Giemen häufig vor und kann durch Infekte, aber auch durch Asthma ausgelöst werden. Jedoch ist Asthma eine komplexe Erkrankung und nicht alle Symptome treten gleich stark bei allen Patienten auf.

Giemen tritt beim Provokationstest nicht immer auf

Um Asthma feststellen zu können, werden in einem Provokationstest dem Patienten bestimmte Wirkstoffe per Inhalation verabreicht. Diese Wirkstoffe lösen in der Lunge eine Reaktion aus. So kann der Arzt genau feststellen, wie die Atemwege auf eine Reizung reagieren. Auch wie stark sich die Atemwege verengen und ob diese Verengung mit Medikamenten behoben werden kann, stellt der Arzt so fest. Wenn sich die Atemwege bei diesem Test verengen, sollte im Fall von Asthma und weiteren Erkrankungen beim Abhören das typische Giemen zu hören sein. Dies kann aber gerade bei Kindern, bei denen der Verdacht auf Asthma besteht, nicht der Fall sein, obwohl andere Messwerte des Provokationstests eine Asthmaerkrankung nahelegen.

Forscher maßen Lungenfunktion, Anzahl der Atemzüge und Sauerstoffsättigung zusätzlich zum Giemen

Forscher aus Israel und Kanada haben sich daher diese Untersuchung bei Kindern genauer angesehen. Bei 724 Kindern, bei denen Asthma als Ursache für ihre Beschwerden vermutet wurde, wurde ein Provokationstest durchgeführt. Die Lungenfunktion der Kinder wurde dabei untersucht, die Lunge abgehört, Sauerstoffsättigung und die Anzahl der Atemzüge pro Minute während des Tests gemessen. Als Beleg für Asthma betrachteten die Forscher die Ergebnisse des Provokationstests, wenn sie eine Verschlechterung der Lungenfunktion um 20 %, eine Zunahme der Atemzüge pro Minute um 50 %, eine Abnahme der Sauerstoffsättigung um 5 % oder das Auftreten von Giemen feststellten.

Viele Kinder zeigten positive Ergebnisse für Asthma ohne Giemen

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder mit Asthmasymptomen, bei denen zuvor kein Giemen durch einen Arzt festgestellt wurde, auch während des Provokationstests seltener giemten, als Kinder bei denen die Atemgeräusche schon vorher bekannt waren. In beiden Gruppen gab es aber viele Kinder, die keine pfeifenden oder brummenden Atemgeräusche hatten, obwohl der Provokationstest positiv für Asthma ausfiel, berichten die Forscher. Die Forscher glauben, dass dies dazu führen kann, dass öfter Asthma als Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen wird, wenn der untersuchende Arzt sich auf das Auftreten von Giemen bezieht.

Forscher empfehlen weitere Messwerte mit einzubeziehen

Die Forscher empfehlen daher gerade bei jüngeren Kindern, dass bei der Untersuchung auch die Atemzugrate und die Sauerstoffsättigung gemessen wird. So kann der Provokationstest gerade bei jüngeren Kindern besser Rückschlüsse auf die Ursache der Beschwerden zulassen und dann Verdacht von Asthma bestätigen, auch wenn keine pfeifenden oder brummenden Atemgeräusche auftreten. Denn auch ohne Giemen, kann es manchmal trotzdem Asthma sein.

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