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Begleiterkrankungen haben Auswirkungen auf den Erfolg der Behandlung

Original Titel:
Comorbidity, disease burden and mortality across age groups in a Swedish primary care asthma population: An epidemiological register study (PACEHR).

Asthma-Patienten haben häufig mit Begleiterkrankungen zu tun. Schwedische Forscher zeigten in einer Studie, dass Begleiterkrankungen sich in verschiedenen Lebensphasen unterscheiden, immer jedoch eine konsequente Behandlung erfordern.


Bei Kindern verschwindet die Erkrankung manchmal mit dem Alter, oftmals begleitet sie einen aber ein Leben lang: Asthma bronchiale. Für möglichst wenige, möglicherweise gar gefährliche, Asthmaanfälle, wenig Beschwerden und eine gute Lebensqualität ist ein gutes Asthmamanagement notwendig. Dazu gehört auch, dass Begleiterkrankungen entsprechend behandelt werden.

Begleiterkrankungen sind bei Asthma häufig

Begleiterkrankungen treten bei Asthma häufig auf. Sie können Symptome und den Gesundheitszustand von Betroffenen verschlechtern und steigern das Risiko, dass es zu Wechselwirkungen zwischen Medikamenten kommt, die eingenommen werden müssen. Und es gibt Hinweise darauf, dass mit zunehmenden Alter auch die Häufigkeit der Begleiterkrankungen zunimmt und sich die Art der Begleiterkrankungen verändert.

In welchem Alter treten welche Begleiterkrankungen auf?

Daher haben schwedische Forscher untersucht, welche Begleiterkrankungen in ihrer Studie in welcher Altersklasse auftraten und wie diese sich auf die Asthma-Erkrankung der Patienten auswirkten. Dazu werteten sie Gesundheitsdaten von Patienten aus 36 schwedischen Versorgungszentren aus. Diese Daten des Gesundheitswesens werden in Schweden in verschiedenen Datenbanken gesammelt. Die Studie lief vom ersten Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2013. Die anonymisierten Daten von fast 33 500 Asthma-Patienten flossen in die Studie ein.

Je älter der Patient ist, desto mehr Asthmaanfälle und Begleiterkrankungen treten auf

Die Auswertung der schwedischen Wissenschaftler ergab, dass die Häufigkeit von akuten Verschlechterungen und Asthmaanfällen mit dem Alter zunahm. Auch die Anzahl der Begleiterkrankungen stieg mit dem Alter an. Bis zu einem Alter von 64 Jahren hatten die Asthma-Patienten in der Studie im Schnitt zwei oder weniger Begleiterkrankungen. Ab einem Alter von 65 Jahren jedoch hatten 62 % der Patienten drei oder mehr Begleiterkrankungen.

Häufige Begleiterkrankungen betreffen Atemwege, Stoffwechsel, Herz und mentale Gesundheit

Zu den generell am häufigsten vorkommenden Begleiterkrankungen gehörten akute Infektionen der oberen Atemwege (53 %), Rhinitis (25 %), akute Infektionen der unteren Atemwege (25 %), Bluthochdruck (21 %), Angststörungen und Depressionen (20 %), Lungenentzündungen (16 %), Stoffwechselerkrankungen (12 %), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, 8 %), Typ-2-Diabetes (6 %), koronare Herzkrankheit (6 %) und Herzschwäche (4 %).

Kinder haben eher Infekte, ältere Patienten haben eher zusätzliche eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Dabei waren Kinder am häufigsten von akuten Infekten der oberen Atemwege betroffen, bei den über 75-Jährigen sank dies auf 42 % der Asthma-Patienten der Studie. Eine Rhinitis wurde in allen Altersgruppen diagnostiziert, am häufigsten aber zwischen sieben und 49 Jahren. Eine COPD wurde am häufigsten bei Patienten älter als 65 Jahre festgestellt. Angststörungen und Depressionen traten ab einem jugendlichen Alter in allen Altersgruppen auf, bei den Patienten zwischen 30 und 64 Jahren waren sogar ein Viertel aller Patienten dieser Altersklasse in der Studie betroffen.

COPD, Polypen und allergischer Schnupfen (Rhinitis) erhöhen Risiko für Asthmaanfälle besonders

Die Forscher werteten außerdem aus, welche Begleiterkrankungen ein erhöhtes Risiko für akute Verschlechterungen und Asthma-Anfälle bedeuteten. Besonders stark war dieser Zusammenhang bei COPD, Polypen der Nase und Rhinitis. Bei Patienten, die an Asthma und COPD erkrankt waren, verdoppelte sich das Risiko für akute Verschlechterungen und Atemnotanfälle. Ebenfalls, wenn auch nicht so stark, steigerten die koronare Herzkrankheit und Angststörungen/Depressionen das Risiko. Die Forscher schließen aus ihren Ergebnissen, dass ein besseres Management und eine bessere Behandlung dieser Erkrankungen von Nöten seien, um das Asthma-Management von Patienten mit diesen Begleiterkrankungen zu verbessern.

Umso besser Patienten über Erkrankungen Bescheid wissen, umso besser können sie ihre Erkrankungen selbst händeln

Für manche dieser Begleiterkrankungen ist dazu weitere Forschung notwendig, für andere, wie die Rhinitis, kann der Patient auch selbst etwas tun. Hier hilft es z. B. möglichst jeden Kontakt zu dem die Allergie auslösenden Stoff zu vermeiden, wodurch die Rhinitis ausgelöst wird. Grundsätzlich betonen die Forscher, ist es wichtig, dass die Patienten gut über ihre Erkrankungen und den Umgang damit Bescheid wüssten. Daher seien in der aktuellen schwedischen Asthma-Leitlinie auch die Patienten-Bildung und schriftlich festgehaltene Behandlungspläne hervorgehoben. Patientenschulungen gibt es auch in Deutschland, eine Übersicht von Anbietern bietet z. B. die Deutsche Atemwegsliga e. V. oder fragen Sie ihren behandelnden Arzt danach, auch um ihr Wissen aufzufrischen. Auch Beschwerden sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen, sodass mögliche Begleiterkrankungen früh festgestellt und in die Behandlung miteinbezogen werden können. Tipps und Hilfestellungen für Ihr nächstes Arztgespräch finden Sie unter „Materialien für das Arztgespräch“ unter diesem Artikel und bei unseren weiterführenden Informationen .

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