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Lungenkrebs

Bevacizumab bei Lungenkrebs: Bluthochdruck als Indikator für Therapieansprechen?

Original Titel:
Association of hypertension and treatment outcomes in advanced stage non-small cell lung cancer patients treated with bevacizumab or non-bevacizumab containing regimens

Für verschiedene Krebsarten ist ein Zusammenhang zwischen der Gabe von Bevacizumab und Bluthochdruck beobachtet worden. Amerikanische Forscher haben dies bei Lungenkrebs näher untersucht und kommen zu dem Schluss, dass Bluthochdruck sich günstig auf das Therapieansprechen unter Bevacizumab auswirken kann – jedoch ohne Einfluss auf das Gesamtüberleben.


Bisherige Studien haben angedeutet, dass die Verabreichung des Wirkstoffs Bevacizumab, einem sogenannten Angiogenesehemmer, der die Ausbildung neuer Blutgefäße verhindern und somit der Ausbreitung des Tumors im Körper entgegenwirken soll, bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs, HER2-negativem Brustkrebs, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu einem Anstieg des Blutdrucks führt. Dieser Bevacizumab-bedingte Bluthochdruck könnte vermutlich mit dem Therapieansprechen bzw. dem Krankheitsverlauf verbunden sein. Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium wurde dieser Zusammenhang bisher noch nicht eindeutig untersucht.

Begünstigt Bluthochdruck den Therapieerfolg von Lungenkrebspatienten?

Amerikanische Forscher sind nun der Frage nachgegangen, ob Bluthochdruck, auch unabhängig von der Behandlung mit Bevacizumab, den Therapieerfolg bei Lungenkrebspatienten begünstigen könnte. Im Fokus der Studie lag die Auswirkung von Bluthochdruck auf das Therapieansprechen von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die erstmals Chemotherapie und anschließend Erhaltungstherapie erhalten hatten. Darüber wurden die Auswirkungen des Bluthochdrucks auf das Gesamtüberleben aller Patienten und insbesondere auf das Therapieansprechen der mit Bevacizumab behandelten Patienten erfasst.

Bluthochdruck unter Bevacizumab steht im Zusammenhang zu deutlich besserer Ansprechrate der Therapie

Die Forscher werteten dazu Daten von 188 Lungenkrebspatienten aus, die mindestens einen Zyklus Chemotherapie erhalten hatten. Die Patienten wurden in Abhängigkeit vom Bluthochdruck und der Verabreichung von Bevacizumab in verschiedene Gruppen unterteilt. Insgesamt wurden 62 Patienten mit Bevacizumab-enthaltenden Therapieverfahren behandelt. Das mittlere Alter der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung betrug 58 Jahre. Die Ergebnisse der Studie deuteten darauf hin, dass Bluthochdruck, der nicht durch die Verabreichung von Bevacizumab bedingt war, zu keinem verbesserten Therapieverlauf führte. Allerdings stellten die Forscher fest, dass Bluthochdruck, bei den mit Bevacizumab behandelten Patienten zu einer deutlich besseren Ansprechrate führte. In der mit Bevacizumab behandelten Gruppe sprachen 37 % der Patienten mit Bluthochdruck und 12,5 % der Patienten ohne Bluthochdruck auf die Therapie an. Das Gesamtüberleben war nicht unterschiedlich bei den Patienten mit und ohne Bluthochdruck.

Bluthochdruck alleine verbessert Behandlungserfolge zwar nicht, kann aber Therapieansprechen auf Bevacizumab verbessern

Aus dieser Studie leiteten die Wissenschaftler ab, dass Bluthochdruck allein die Behandlungserfolge zwar nicht verbesserte, dass er jedoch bei Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die Bevacizumab verabreicht bekamen, zu einem deutlich verbesserten Therapieansprechen führte.

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