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Leitlinie zur Vorbeugung, Feststellung, Behandlung und Nachsorge bei Lungenkrebs aktualisiert

Original Titel:
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms

Forschung und Wissenschaft bringen neue Erkenntnisse zur Vorsorge, Diagnose und Therapie. Deswegen werden die Leitlinien, anhand derer sich Ärzte ordientieren können regelmäßig überarbeitet. Zu den neuen Leitlinien für Lungenkrebs gehören Vorsorge für bestimmte Personen, Untersuchungen auf genetische Veränderungen des Tumors, die Checkpoint-Inihibitatoren und eine frühzeitige Palliativversorgung.


Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten und oft sind die Prognosen für die Betroffenen schlecht. Das liegt vor allem daran, dass es fast keine Frühsymptome gibt. Oftmals werden die Tumore in der Lunge zufällig festgestellt, wenn eigentlich anderen Beschwerden auf den Grund gegangen werden soll. Daher ist die Krebserkrankung zu diesem Zeitpunkt oftmals schon weit fortgeschritten, bei 40 Prozent aller Patienten werden Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen festgestellt.

Forschung eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten

In den letzten Jahren wurde aber auch viel geforscht, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung wurden daher nun in die aktualisierte Leitlinie zur Vorbeugung, Feststellung, Behandlung und Nachsorge bei Lungenkrebs aufgenommen. Die letzte Version der Leitlinie stammt aus 2010.

Vorsorgeuntersuchungen per CT bei starken Rauchern ab 50, familiärer Veranlagung oder bestimmten Erkrankungen sinnvoll

Seit einigen Jahren diskutiert die Fachwelt über Vorsorgeuntersuchungen, die helfen sollen, Lungenkrebs rechtzeitig zu erkennen. Für die aktuelle Leitlinie wurden Nutzen und Risiken der aktuell verfügbaren Vorsorgeuntersuchungen genau betrachtet. Die Experten kamen dabei zu dem Schluss, dass eine uneingeschränkte Empfehlung für ein Lungenkrebs-Screening aus medizinischer Sicht nicht gerechtfertigt ist. In bestimmten Fällen sei aber eine Untersuchung zur Früherkennung per Computertomographie sinnvoll. Diese Untersuchung belastet den Körper weniger mit Strahlung, als z. B. eine normale Röntgenuntersuchung. Sinnvoll sei eine solche Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs zum Beispiel bei Rauchern ab einem Alter von 50 Jahren, bei Patienten, die sehr lange bzw. sehr viel geraucht haben und anderen Risikofaktoren, wie beispielsweise einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder Fällen von Lungenkrebs in der Familie. Auch an der Einteilung von einer bestimmten Unterart von Lungenkrebs, den Adenokarzinomen, gibt es Veränderungen in der neuen Leitlinie. Diese richtet sich nun nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation von 2015.

Untersuchungen auf genetische Veränderungen von Tumoren in Leitlinien aufgenommen

Zu den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Therapien für Lungenkrebs, die in der aktualisierte Leitlinie enthalten sind, gehören Genanalysen und Untersuchungen von Gewebe, mit denen bestimmte genetische Veränderungen von Tumoren festgestellt werden können. Patienten mit diesen Veränderungen profitieren von neuen Medikamenten. Auch die Therapie mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Checkpoint-Inhibitoren wurde in der Leitlinie festgehalten.

Palliativversorgung soll frühzeitig erfolgen

Darüber hinaus betonen die Autoren der Leitlinie die Vorteile einer frühzeitigen Palliativversorgung. Sollte es für einen Patienten keine Aussicht auf Heilung geben, können diese Maßnahmen nachweislich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, die Patienten leiden weniger unter Depressionen. Auch für die Aufklärung des Patienten gibt die aktualisierte Leitlinie Ärzten aktualisierte Vorgaben an die Hand.

Die aktuelle Leitlinie wurde ausgearbeitet unter der Federführung des Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Die Aktualisierung der Leitlinie von 2010 umfasst neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu neuen Therapieprinzipien beim Vorliegen bestimmter genetischer Veränderungen im Tumor und neuen Entwicklungen in der immunologischen Tumortherapie. Screenings zur Früherkennung werden nur für bestimmte Patienten empfohlen und die Wichtigkeit und Wirksamkeit einer frühen palliativen Versorgung bei Patienten mit nicht heilbarem Lungenkrebs hervorgehoben.

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Autor:

Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. „Lungenkrebs: Frühzeitige Palliativversorgung zahlt sich aus“ vom 28.03.2018

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Lang-version 1.0,2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL, (Zugriff am: 18.04.2018)