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Multiple Sklerose

Begleiterkrankungen sollten bei Therapiewahl beachtet werden

Original Titel:
Assessing association of comorbidities with treatment choice and persistence in MS: A real-life multicenter study.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen MS-Medikamenten, aus denen der behandelnde Arzt und der Patient die beste individuelle Therapieoption auswählen müssen. Kommen Begleiterkrankungen hinzu, die ebenfalls behandelt werden, kann dies die Auswahl schwieriger machen.


Begleiterkrankungen sind weitere Erkrankungen, die zusätzlich zu einer bereits vorhandenen chronischen Erkrankung auftreten. Sie können dabei durch die chronische Erkrankung selbst aber auch unabhängig davon entstehen. Bei Multipler Sklerose (MS) treten als Begleiterkrankungen oft Depressionen, Angstzustände, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und chronische Atemwegserkrankungen auf. Aber auch andere Erkrankungen sind möglich, gerade da Multiple Sklerose von Patient zu Patient unterschiedliche Bereiche des Körpers betrifft.

Beeinflussen Begleiterkrankungen Therapieauswahl und Therapiewechsel?

In Italien haben Forscher sich gefragt, ob Begleiterkrankungen die Auswahl der Therapie und die Zeit, bis zu einem Behandlungswechsel, beeinflussen. Dazu sammelten sie demographische und klinische Daten von neu diagnostizierten MS-Patienten, die in 20 MS-Zentren in Italien behandelt wurden. Zwischen 2010 und 2016 erhielten die Forscher von 1877 Patienten Informationen zum Auftreten von Begleiterkrankungen. Gut ein Viertel der teilnehmenden Patienten litt an mindestens einer Begleiterkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose der Multiplen Sklerose. Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen.

Begleiterkrankungen erhöhen das Risiko für Unverträglichkeiten

Die Auswertung der gesammelten Daten ergab, dass das Vorhandensein von Begleiterkrankungen die Auswahl der ersten Therapie nicht beeinflusste, sehr wohl aber das Risiko von der ersten Therapie auf eine andere aufgrund von Unverträglichkeiten umzusteigen.

Begleiterkrankungen sollten stärkere Rolle bei der Therapieauswahl spielen

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Begleiterkrankungen eine stärkere Rolle bei der Auswahl der Therapie von Multipler Sklerose spielen sollten. Das zeigt auch, dass es wichtig ist, mit den eigenen Ärzten über Begleiterkrankungen oder andere Probleme zu sprechen. Werden Behandlungen oder Medikationen nicht aufeinander abgestimmt, steigt das Risiko für Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Auch die Einnahme von frei verkäuflichen Medikamenten oder Nahrungsergänzungen sowie alternative Behandlungsmethoden sollten Patienten ihren Ärzten berichten. Die Informationen können helfen, die individuell beste Behandlungsmethode zu finden.

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