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Neue Untersuchungsmethode misst Entzündung der Atemwege

Original Titel:
Measurement of fractional exhaled nitric oxide in real-world clinical practice alters asthma treatment decisions.

Die Beurteilung einer Asthma-Erkrankung alleine nach Symptomen und den üblichen klinischen Messwerten lässt meist keine Aussage über die Entzündung der Atemwege zu. Die Messung bestimmter Gase im Atem könnte hier Abhilfe schaffen.


Sind die Atemwege entzündet, kann sich die Zusammensetzung der Ausatemluft verändern. Bestimmte Entzündungen bei Asthma lassen den Anteil von Stickstoffmonoxid in der Atemluft ansteigen. In Studien hat sich gezeigt, dass sich die Messung des Stickstoffmonoxidanteils in der Ausatemluft bei Patienten, deren Asthma sich mit Kortison behandeln lässt, dazu eignet, die Schwere der Entzündung der Atemwege zu bewerten und Therapieerfolge zu überprüfen.

Ärzte sollten übliche Untersuchungen durchführen und mit Ergebnissen der neuen Methode vergleichen

US-amerikanische Forscher haben nun untersucht, ob sich diese Methode auch im Behandlungsalltag beweisen kann. Sie ließen dazu Ärzte aus 337 US-amerikanischen Arztpraxen die üblichen Untersuchungen durchführen und für ihre Asthma-Patienten Behandlungspläne aufstellen. Anschließend wurde bei allen 7901 Patienten eine Messung des Stickstoffmonoxidanteils in der Ausatemluft vorgenommen. Anhand dieser Messergebnisse überprüften die Ärzte dann nochmals den von ihnen für den jeweiligen Patienten aufgestellten Behandlungsplan und dokumentieren gegebenenfalls Änderungen.

Jeder dritte Behandlungsplan wurde nach der neuen Messung angepasst

Die Forscher werteten anschließend die Ergebnisse der Untersuchungen sowie die Änderungen der Behandlungspläne aus. Dabei stellten sie fest, dass die Ärzte nach der Stickstoffmonoxidmessung den zuvor festgelegten Behandlungsplan in gut einem Drittel der Fälle nochmals anpassten. Der Einsatz von inhalativem Kortison wurde sogar in 90 % der Behandlungspläne verändert. Dabei wurden bei gut zwei Drittel der Patienten mit hohen Entzündungswerten die Behandlung mit inhalativem Kortison begonnen oder die Dosis erhöht. Bei Patienten mit geringen Entzündungswerten wurde nur in 9 % der Fälle ein Ende der Kortisonbehandlung oder eine geringere Dosis verordnet.

Neue Methode könnte dazu beitragen Entzündungen der Atemwege besser einzuschätzen

Die Forscher schließen daraus, dass die Messung des Anteils von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft die behandelnden Ärzte in die Lage versetzt, die Entzündung der Atemwege der Asthma-Patienten besser einzuschätzen. Dies führe zu deutlichen Überarbeitungen der Behandlungspläne im Vergleich zu der Beurteilung mit den bisherigen Standardmethoden. Damit ist die Messung der Stickstoffmonoxidwerte im Atem eine neue Methode, die auch im Behandlungsalltag genutzt werden kann. Sie erlaubt eine individuellere Anpassung der Behandlung an die Bedürfnisse des Patienten und die Kontrolle des Therapieerfolgs.

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