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Vielversprechende Ergebnisse durch Stuhltransplantation bei hartnäckiger Colitis ulcerosa

Original Titel:
Fecal microbiota transplantation is a rescue treatment modality for refractory ulcerative colitis

Bei Patienten mit Colitis ulcerosa ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Mit einer Stuhltransplantation, bei der der Stuhl eines Spenders in den Darm des Patienten eingeleitet wird, soll diese Gleichgewicht wiederhergestellt werden. Die vorliegende Studie zeigt, dass eine Stuhltransplantation bei den meisten Patienten mit hartnäckiger Colitis ulcerosa die Beschwerden lindern konnte.


Der Darm eines jeden Menschen wird von unterschiedlichen, nützlichen Bakterien und anderen Mikroorganismen bewohnt, die die Darmflora bilden. Viele Erkrankungen gehen mit einer aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora einher. Hierbei ist jedoch unklar, ob die veränderte Darmflora Ursache oder Folge einer Erkrankung ist. Fest steht jedoch, dass es für den Krankheitsverlauf von Vorteil sein kann, wenn die Darmflora wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Um dieses zu erreichen, bietet sich die sogenannte Stuhltransplantation an. Hierbei wird die Darmflora eines gesunden Spenders auf den Patienten übertragen. Dies geschieht, indem der Stuhl des Spenders verdünnt, grob gefiltert und anschließend dem Patienten in den Darm eingeführt wird. Dieses Verfahren wird bereits bei einer speziellen Darmentzündung angewandt. Aus diesem Grund und da gezeigt werden konnte, dass sich die Darmfloren von gesunden Menschen von denen von Patienten mit chronischen Darmentzündungen unterscheiden, wird vermutet, dass die Stuhltransplantation auch bei der Behandlung von Colitis ulcerosa wirksam sein kann.

30 Patienten mit Colitis ulcerosa bekamen eine Stuhltransplantation

Dieser Vermutung gingen sieben Forscher aus der Türkei nach. Sie untersuchten, wie der Krankheitsverlauf von Patienten mit Colitis ulcerosa, die nicht auf eine antientzündliche oder immunsuppressive (Unterdrückung des Immunsystems) Therapie reagiert hatten, durch eine Stuhltransplantation beeinflusst wird. Hierzu wurde bei 30 Patienten mit Colitis ulcerosa (46,7 % männlich; durchschnittliche Alter: 34,6 Jahre) eine Stuhltransplantation durchgeführt und die Aktivität der Erkrankung vor und 12 Wochen nach der Behandlung mit Hilfe einer Darmspiegelung und klinischen Parametern bestimmt. Vier Wochen vor der Stuhlbakterientransplantation wurden alle Medikamente, mit Ausnahme von Mesalazin, abgesetzt.

Die meistens Patienten sprachen auf die Stuhlplantation an

Die Ergebnisse zeigten, dass 21 der 30 Patienten (70 %) auf die Stuhltransplantation ansprachen. Bei 13 der 30 Patienten (43,3 %) gingen die Krankheitssymptome sogar so stark zurück, dass sich die Krankheit nach der Behandlung in einer Ruhephase befand. Der positive Effekt war unabhängig davon, von welchem Spender der Stuhl kam. Bei der Mehrzahl der Patienten kam es weder während noch nach der Behandlung zu unerwünschten Nebenwirkungen. Milde Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber traten bei 7 Patienten (23,3 %) auf. Diese kamen jedoch nur kurzzeitig vor und konnten innerhalb eines Tages erfolgreich behandelt werden.

Die Stuhltransplantation könnte somit eine neue, vielversprechende Behandlungsmethode bei Patienten mit hartnäckiger Colitis ulcerosa, die auf andere Therapien nicht ansprechen, darstellen. Die Autoren der Studie sehe in ihr eine Möglichkeit, diese Patienten vor einer Operation bewahren zu können. Darüber hinaus scheint die Stuhltransplantation gut vertragen zu werden. Zu bedenken ist jedoch, dass es sich hier um eine kleine Studie mit nur wenigen Teilnehmern handelt. Um diese Ergebnisse zu unterstützen, sollten Langzeitstudien durchgeführt werden, bei denen zusätzlich untersucht wird, welche Eigenschaften der zu transplantierende Stuhl bestenfalls haben sollte und wie die Transplantation am besten durchgeführt wird (in Bezug auf die Aufbereitung des Stuhls, die Dosierung und der Weg der Verabreichung).

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