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Multiple Sklerose

Vergrößerte Lymphknoten bei Multipler Sklerose nicht unüblich

Original Titel:
Abnormal cervical lymph nodes in multiple sclerosis: a preliminary ultrasound study.

Geschwollene Lymphknoten deuten auf eine verstärkte Aktivität des Immunsystems hin. Bei Multipler Sklerose (MS) scheinen vergrößerte tief liegende Halslymphknoten eine Rolle zu spielen. Italienische Forscher glauben, dass sie dazu beitragen könnten neue Ansatzpunkte für die MS-Therapie zu finden.


Neben unseren Blutgefäßen durchzieht mit den Lymphgefäßen ein weiteres Gefäßsystem unseren Körper. Die Flüssigkeit, die hierin fließt, wird Lymphe genannt. Die Lymphe transportiert Nährstoffe und sorgt ebenfalls für den Abtransport von Abfallstoffen. Die Knotenpunkte des Lymphsystems sind wichtig für unser Immunsystem. Hier wird die Lymphflüssigkeit auf Fremdkörper und Hinweise auf eingedrungene Erreger untersucht und gefiltert. Finden die Immunzellen z. B. Eiweiße von eingedrungenen Bakterien, alarmieren sie wiederum andere Immunzellen, die sich stark vermehren und in das umliegende Gewebe wandern, um die Erreger zu vernichten. Dadurch können die Lymphknoten anschwellen und sogar schmerzen. Daher sind geschwollene und schmerzende oder druckempfindliche Lymphknoten häufig ein Anzeichen für einen sich anbahnenden Infekt.

Lymphknoten im Hals filtern Lymphe aus dem Gehirn

Viele Lymphknoten sitzen im Bereich des Halses. Damit sind sie die erste Filterstation, auf die Lymphe aus dem Gehirn trifft. Denn im zentralen Nervensystem gibt es keine Lymphknoten. Damit können die Halslymphknoten eine wichtige Rolle bei Erkrankungen mit Nervenentzündungen wie Multipler Sklerose (MS) spielen. Italienische Forscher haben daher in einer ersten Studie untersucht, ob bei Patienten mit schubförmiger MS die Halslymphknoten Veränderungen aufweisen im Vergleich zu gesunden Probanden. Dazu untersuchten sie bei 43 MS-Patienten, die entweder nicht mit Medikamenten behandelt wurden oder Natalizumab bzw. Fingolimod erhielten, sowie bei 20 gesunden Freiwilligen die Halslymphknoten mit Ultraschall.

Lymphknoten von MS-Patienten waren größer

Sie maßen die Größe der Halslymphknoten der Teilnehmer und verglichen die Durchmesser der Lymphknoten zwischen den MS-Patienten mit und ohne Behandlung sowie zwischen MS-Patienten und gesunden Teilnehmern. Dabei zeigte sich, dass die Halslymphknoten von MS-Patienten größer waren als die von gesunden Teilnehmern, unabhängig davon, ob die MS-Patienten behandelt wurden oder nicht. Dabei handelte es sich vor allem um tiefer liegende Lymphknoten und weniger um solche, die sich am Hals durch die Haut ertasten lassen, wie z. B. an den Seiten des Halses, wie es oft bei einer Erkältung der Fall ist.

Vorgänge im Lymphknoten müssen noch besser verstanden werden

Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems und können bei einer Aktivierung des Immunsystems anschwellen. Die Halslymphknoten sind die ersten Lymphknoten, auf die Lymphe aus dem Gehirn trifft. Daher sind sie wichtig für Immunreaktionen, die bei entzündlichen Erkrankungen im Zentralen Nervensystem wie MS auftreten. Die aktuelle Studie deutet auf einen Zusammenhang zwischen vergrößerten tief liegenden Halslymphknoten und MS hin. Forscher versuchen besser zu verstehen, was genau in Lymphknoten passiert, um neue Ansatzpunkte für die Therapie von MS zu entwickeln.

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