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Immuntherapie gegen Hausstaubmilben hilft auch Erwachsenen

Original Titel:
Clinical evaluation for sublingual immunotherapy with Dermatophagoides farinae drops in adult patients with allergic asthma.

DGP – Sie teilen mit uns das Bett und verursachen Allergien: Hausstaubmilben. Für Menschen mit allergischem Asthma, die auf den Kot der Milben reagieren, ist es schwierig, ihnen aus dem Weg zu gehen. Das Immunsystem zu mehr Toleranz zu erziehen, hilft aber auch erwachsenen Patienten.


Mit der sublingualen Immuntherapie (SLIT) wollen Mediziner das Immunsystem ganz ohne Spritzen umerziehen. Im menschlichen Körper gibt es einen Mechanismus, der verhindern soll, dass das Immunsystem auf Nahrung mit einer Immunantwort reagiert. Diesen Mechanismus nennt man orale Toleranz und ihn macht sich die Medizin zunutze, um das Immunsystem an allergieauslösende Stoffe zu gewöhnen. Durch das Schlucken allerkleinster Mengen von Alllergieauslösern, wie Gräserpollen oder Eiweißen aus dem Kot der Hausstaubmilbe, kann das Immunsystem lernen diese zu tolerieren. Daher wird dabei auch von Hypo- oder Desensibilisierung gesprochen.

Bei Kindern und Jugendlichen wirkt sublinguale Immuntherapie

Bei Kindern und Jugendlichen hat diese Form der Therapie einer Hausstaubmilbenallergie bei allergischem Asthma bereits Erfolge erzielt, wie Sie bereits im DeutschenGesundheitsPortal hier und hier lesen konnten. Chinesische Forscher haben sich nun einmal genauer angesehen, wie wirksam die Behandlung bei ihren erwachsenen Patienten war.

Allergene als Lösung, die unter die Zunge getropft wird

Sie analysierten dazu die Daten von 134 erwachsenen Patienten mit durch Hausstaubmilben ausgelöstem allergischem Asthma, die für zwei Jahre behandelt wurden. Von den teilnehmenden Patienten waren 85 mit einer sublingualen Immuntherapie behandelt worden, 49 weitere Patienten dienten als Kontrolle. Alle Patienten erhielten geringe bis mittlere Dosen inhalatives Kortison und einen langwirksamen Beta-2-Agonisten, der die Atemwege erweitert. Patienten, die eine sublinguale Immuntherapie erhielten, wurden außerdem mit Tropfen einer Hausstaubmilben-Lösung behandelt.

Forscher bewerteten Schwere des Asthmas, Lungenfunktion und Medikamentenbedarf

Die Forscher bewerten die Schwere der Asthmasymptome der Patienten, wie viel Medikation nötig war und wie gut die Asthmakontrolle der Teilnehmer war, sowie ihre Lungenfunktion. Diese Werte wurden vor Beginn der Behandlung und danach einmal jährlich bestimmt. Außerdem wurde einmal monatlich geprüft, ob es zu Nebenwirkungen gekommen war.

Beide Behandlungen halfen, SLIT half den Patienten aber besser

Vor der Behandlung war die Lungenfunktion in der Gruppe der Patienten, die sich für eine sublinguale Immuntherapie entschieden hatten, deutlich schlechter, als die der Kontrollgruppe. Nach zwei Jahren zeigte sich, dass beide Therapievarianten effektiv waren. Die Asthmasymptome hatten sich bei beiden Behandlungsstrategien im Vergleich zu vor Beginn der Behandlung verbessert. Im Vergleich untereinander schnitt aber die Gruppe der Patienten, die die sublinguale Immuntherapie erhalten hatten, besser ab, als die Kontrollgruppe. Nach der sublingualen Immuntherapie hatten die Patienten weniger Asthmabeschwerden, benötigten weniger Medikation, hatten eine bessere Asthmakontrolle und Lungenfunktion im Vergleich zur Kontrollgruppe. Über die zwei Jahre wurden keine schweren systemischen Nebenwirkungen dokumentiert.

Sublinguale Immuntherapie ist auch bei Erwachsenen wirksam und sicher

Die Forscher kommen daher zu dem Ergebnis, dass die Kombination aus sublingualer Immuntherapie und den Standardmedikamenten effektiver als die Standardmedikamente alleine zur Behandlung des durch Hausstaubmilben ausgelösten allergischen Asthmas ist.

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