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Multiple Sklerose

Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen: Weniger Schübe als mit Beta-Interferon

Original Titel:
Trial of Fingolimod versus Interferon Beta-1a in Pediatric Multiple Sclerosis

DGP – Fingolimod wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Multipler Sklerose eingesetzt. Der Wirkstoff hindert Immunzellen daran, die Lymphknoten zu verlassen. Eine Phase-III-Studie beschäftigte sich mit dem Einsatz von Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen.


Zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Multipler Sklerose gibt es nicht immer ausreichend klinische Studien. Ebenso sind nicht alle für Erwachsene zugelassenen Medikamente auch für Patienten unter 18 Jahren zugelassen, Medikamente speziell für minderjährige Patienten gibt es nicht. Eine aktuelle Untersuchung hat sich daher mit der Wirkung von Fingolimod im Vergleich zu Beta-Interferon bei minderjährigen Patienten befasst.

Vergleich zwischen Fingolimod und Interferon beta-1a

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine klinische Phase-III-Studie, an der 215 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose teilnahmen. Die Teilnehmer waren zwischen zehn und 17 Jahre alt und hatten in den letzten zwei Jahren vor der Studie durchschnittlich 2,4 Schübe erlitten. Die Kinder und Jugendlichen erhielten entweder Fingolimod oder Interferon beta-1a für zwei Jahre. Anschließend wurde ausgewertet, wie viele Schübe in den jeweiligen Gruppen in dieser Zeit auftraten.

Rückgang der Schübe um 82 % mit Fingolimod

Die Auswertung der gesammelten Daten zeigte, dass die Kinder und Jugendlichen, die mit Fingolimod behandelt wurden, etwa 82 % weniger Schübe pro Jahr hatten, als die mit Beta-Interferon behandelte Gruppe. Auch die Anzahl der neuen oder vergrößerten Läsionen im MRT war bei der Gruppe, die Fingolimod erhielt, um mehr als die Hälfte reduziert gegenüber den Teilnehmern, die mit Beta-Interferon behandelt wurden.

Schwere Nebenwirkungen traten unter Fingolimod häufiger auf

Nebenwirkungen waren unter Fingolimod in der Studie etwas seltener als unter Beta-Interferon (8,8 % gegenüber 95,3 %), jedoch kam es unter Fingolimod fast dreimal so oft zu schweren Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen traten mit Fingolimod bei 16,8 % der Teilnehmer auf. Darunter waren Krampfanfälle, Infektionen und ein Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie). Unter Beta-Interferon kam es in der Studie bei 6,5 % der Teilnehmer zu schweren Nebenwirkungen, wozu auch Infektionen und Herzrhythmusstörungen gehörten.

Weitere Studien zum Einsatz bei minderjährigen Patienten nötig

Die Forscher fassen zusammen, dass Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen die Anzahl der Schübe stärker reduziert als Beta-Interferon, dafür aber schwere Nebenwirkungen unter Fingolimod häufiger sind. Längere Studien seien daher nötig, um die Wirksamkeit und Sicherheit besser einschätzen zu können.

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