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COPD

Forscher testen Risikoanalyse für Herzprobleme bei COPD-Patienten

Original Titel:
CHA2DS2-VASc scores predict major adverse cardiovascular events in patients with chronic obstructive pulmonary disease.

DGP – Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) haben häufig weitere Begleiterkrankungen. Neben Lungenentzündungen und Lungenkrebs sind gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig. Mit einer Risikoanalyse wollen Forscher das Risiko für schwere Herzprobleme bei COPD-Patienten ermitteln.


Der sogenannte CHA2DS2-VASc-Wert ist ein Punktesystem, mit dem Ärzte vor allem bei Patienten mit Vorhofflimmern das Risiko für einen Schlaganfall ermitteln. Dabei wird berücksichtigt, ob Diabetes, eine Herzschwäche, Bluthochdruck oder andere vaskuläre Erkrankungen vorliegen, ob es bereits einen Schlaganfall gab, aber auch Alter und Geschlecht werden miteinbezogen. Für jede dieser Kategorien werden festgelegte Punkte vergeben. Die Gesamtpunktzahl gibt Hinweise auf das Risiko des Patienten. Abhängig vom jeweiligen Risiko des Patienten kann die Therapie entsprechend angepasst werden. Ob sich diese Risikoanalyse auch eignete, dass Risiko für schwere Herzprobleme von COPD-Patienten zu berechnen, haben Forscher aus Taiwan untersucht.

Welche Punkte erreichen COPD-Patienten?

Sie untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen COPD und schweren Herzproblemen anhand drei häufiger Fälle: Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod durch Herz-Kreislauf-Probleme. Dazu werteten die Forscher die medizinischen Daten von 29 258 COPD-Patienten von 2005 bis 2009 aus. Für die Patienten wurde das jeweilige Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme anhand des CHA2DS2-VASc-Werts ermittelt.

Erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme

Dabei zeigte sich, dass Patienten mit COPD ein nachweislich erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme hatten. Oft erreichten sie sechs oder mehr Punkte auf der CHA2DS2-VASc-Skala. Die Ergebnisse sagten das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme (16,1 %), akute Herzinfarkte (3,3 %), Schlaganfälle (8,7 %) und Tod durch Herz-Kreislauf-Probleme (4 %) hervor. Dabei konnten die Wissenschaftler mit der Methode gut zwischen dem Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme, Schlaganfall und dem Tod durch Herz-Kreislauf-Probleme unterscheiden. Schwerer war es für Fälle von akutem Herzinfarkt.

Gesünderer Lebensstil und medikamentöse Behandlung für Patienten mit hohem Risiko

Die Forscher schlussfolgern, dass eine frühzeitige Änderung des Lebensstils und eine Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten für COPD-Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme wichtig sei. Diese Patienten würden bei der Feststellung des CHA2DS2-VASc-Werts sechs oder mehr Punkte erreichen.

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