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Multiple Sklerose

Fingolimod für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen

Original Titel:
EU: Erweiterung der Zulassung auf die Behandlung von Kindern

DGPKürzlich berichteten wir über Studienergebnisse, die die Wirksamkeit von Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen belegen. Nun hat die Europäische Arzneimittelbehörde die Zulassung des Wirkstoffes auf Kinder und Jugendliche erweitert.


Fingolimod war der erste Wirkstoff für die Behandlung von MS, der eingenommen wird und nicht als Spritze oder Infusion verabreicht wird. Er kommt bei hochaktiven Verläufen der schubförmigen Multiple Sklerose zum Einsatz.

Fingolimod unterdrückt gezielt bestimmte Immunzellen

Die Wirkung von Fingolimod beruht darauf, dass durch die Behandlung weiße Blutkörperchen die Lymphknoten nicht mehr verlassen können. So wird gezielt die Menge von bestimmten weißen Blutkörperchen im Blut und zentralen Nervensystem reduziert. Daher wird die Wirkungsweise von Fingolimod als „selektiv immunsuppressiv“ beschrieben, also gezielt bestimmte Teile des Immunsystems unterdrückend.

Studie zeigte Wirksamkeit auch bei Kindern und Jugendlichen

Eine aktuelle Phase-III-Studie hat gezeigt, dass Fingolimod bei Kindern und Jugendlichen ebenfalls verträglich ist und die Zeit bis zum ersten Rückfall nachweislich verlängert und die Anzahl der Schübe im Vergleich zur Standardtherapie mit Beta-Interferonen um mehr als 80% reduziert. Lesen Sie mehr zu den Untersuchungsergebnissen und Nebenwirkungen hier.

Zulassungserweiterung für Anwendung bei jüngeren Patienten

Auf Basis dieser Daten hat die Europäische Arzneimittelkommission die Zulassungserweiterung für Fingolimod Ende November 2018 genehmigt. Zukünftig kann der Wirkstoff auch bei Kindern und Jugendlichen mit hochaktiver schubförmiger ab zehn Jahren zum Einsatz kommen. Für diese Patientengruppe gab es bisher keine speziellen Therapieoptionen, die auch in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden. Das liegt vor allem daran, dass die Wirkung von Medikamenten bei Kindern deutlich seltener in wissenschaftlichen Untersuchungen erforscht wird. Fingolimod ist der erste Wirkstoff für die Behandlung von hochaktiven Verläufen, der für Kinder offiziell zugelassen wurde.

Früher Krankheitsbeginn kann frühe Behinderung bedeuten

Auch wenn Wirkstoffe wie Fingolimod schwerere Nebenwirkungen haben können als die Behandlung mit Beta-Interferon, so ist eine Therapie bei hochaktiven Verläufen gerade bei Kindern wichtig. Ärzte beobachten, dass MS-Erkrankungen, die vor der Pubertät beginnen, mit mehr Schüben einhergehen als bei Erwachsenen. Bei Kindern können sich die Nerven noch deutlich besser regenerieren, sodass es länger dauert, bis einschränkende bleibende Schäden entstehen. Jedoch kommt es ohne entsprechende Therapie bereits früh im Erwachsenenleben zu Behinderungen.

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