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Brustkrebs

Eribulinmesylat schafft Lebenszeit bei metastasiertem triple-negativem Brustkrebs

Original Titel:
Clinical benefit of treatment with eribulin mesylate for metastatic triple-negative breast cancer: Long-term outcomes of patients treated in the US community oncology setting

DGP – Wissenschaftler aus den USA untersuchten Patientinnen mit metastasiertem triple-negativem Brustkrebs, die im realen Versorgungsalltag mit dem Chemotherapeutikum Eribulinmesylat behandelt wurden – es zeigte sich, dass die Behandlung mit dem Medikament das Leben der Patientinnen verlängern konnte und die Ergebnisse im realen Alltag ähnlich wie in wissenschaftlichen Studien ausfielen.


Damit ein neues Medikament auf den Markt kommt, wird es in umfangreichen Studien geprüft und getestet. Zunächst erforschen Wissenschaftler, welche Substanzen wie im Körper wirken und helfen könnten, um eine Krankheit zu heilen oder zu mindern. Ist eine vielversprechende Substanz gefunden, wird diese zunächst im Labor und an Tieren getestet. Wenn die Substanz dabei erfolgreich und sicher ist, wird sie zunächst an wenigen gesunden Menschen und dann bei weiterer Sicherheit und Wirksamkeit bei kranken Menschen angewendet. Besteht die Substanz auch diesen Test, wird sie an größeren Patientengruppen getestet. Wenn auch hier keine Einwände bestehen, kann die Zulassung für das Substanz (sprich das Medikament) beantragt werden. Auch nach der Zulassung werden weitere Studien mit dem Medikament durchgeführt, um über längere Zeiträume abschätzen zu können, wie sicher und wirksam es ist.

Eribulinmesylat bei metastasiertem triple-negativem Brustkrebs untersucht

Forscher aus den USA prüften nun in ihrer Studie, ob das Medikament Eribulinmesylat ähnliche Ergebnisse wie in wissenschaftlichen Studien erzielt, wenn es bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs im realen Alltag angewendet wird. Kennzeichen von triple-negativem Brustkrebs ist, dass auf den Krebszellen keine besonderen Merkmale vorhanden sind, an denen Medikamente angreifen könnten. Dies erschwert es, diese Krebsart gezielt zu bekämpfen. Üblicherweise werden die Patientinnen mit tripe-negativem Brustkrebs anstelle von zielgerichteten Medikamenten mit Chemotherapie behandelt. Chemotherapie unterscheidet sich von den zielgerichteten Medikamenten dadurch, dass sie im ganzen Körper wirkt (also auch dort, wo sie es eigentlich nicht soll), während zielgerichtete Medikamente, wie der Name es vermuten lässt, ein spezielles Ziel angreifen. Eribulinmesylat ist ein Medikament zur Chemotherapie, welches zur Therapie von Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs zugelassen ist, bei denen eine vorherige Therapien mit Chemotherapie auf Basis von Anthrazyklinen und Taxanen erfolgte (es sei denn diese wurden nicht vertragen) und scheiterte.

Für ihre Analyse griffen die amerikanischen Forscher auf Daten von Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs zurück, bei denen bereits Metastasen vorhanden waren – der Krebs hatte sich also von der Brust aus bereits auf weitere Bereiche des Körpers ausgebreitet. Zwischen Januar 2011 und Januar 2014 erfassten die Forscher Frauen, die eine Behandlung mit Eribulinmesylat zur Therapie ihrer metastasierten Krankheit begonnen hatten. Dabei stellt Eribulinmesylat entweder die erste/zweite Behandlungsmöglichkeit dar oder eine dritte oder gar noch spätere Behandlung.

Gesamtüberleben von 14,7 bis 23 Monaten nach Beginn einer Therapie mit Eribulinmesylat

Die Behandlungen mit Eribulinmesylat wurden in einem elektronischem Prüfbogen erfasst. 252 dieser Prüfbogen wurden zwischen 2011 und 2014 ausgefüllt. Eribulinmesylat wurde in der Hälfte der Fälle als erste/zweite Behandlung verabreicht und in der anderen Hälfte erst später. Es zeigte sich, dass die Brustkrebspatientinnen, die Eribulinmesylat als erste Behandlung erhalten hatten, ca. 23 Monate lang nach Start der Therapie mit Eribulinmesylat überlebten und Frauen, die erst später damit begonnen hatten, etwa 14,7 Monate. Unter den Nebenwirkungen, die häufig nach Gabe von Eribulinmesylat auftraten, befanden sich chronische Erschöpfung, Schwäche, Appetitmangel und Veränderungen des Blutbildes (Neutropenien und Leukopenien).

Die Forscher aus den USA führten dann einen Vergleich mit den wissenschaftlichen Studien zu Eribulinmesylat durch – dabei zeigte sich, dass Eribulinmesylat, als späte Behandlungsform eingesetzt, im realen Alltag zu einem ähnlich hohen oder gar längeren Gesamtüberleben führte.

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