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Steife Arterien kündigen vermutlich Herzprobleme bei COPD an

Original Titel:
Endothelial dysfunction assessment by noninvasive peripheral arterial tonometry in patients with chronic obstructive pulmonary disease compared with healthy subjects.

DGPDie chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) belastet auch das Herz. Forscher aus Italien glauben, mit einer bestimmten Untersuchung könnten drohende Herzprobleme bei COPD rechtzeitig in Angriff genommen werden.


Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu diesen Erkrankungen gehören z. B. Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Italienische Forscher haben nun untersucht, ob eine gestörte Funktion von Blutgefäßen dabei eine Rolle spielen könnte.

Innenseite von Blutgefäßen ist wichtig für verschiedene Funktionen

Durch die Arterien wird der Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt, durch die Venen fließt das Blut zurück zum Herzen. Um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, sind Blutgefäße elastisch. Sie können sich weiten oder zusammenziehen und so den Blutfluss regulieren. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei die Zellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden. Diese Schicht wird in der Medizin als Endothelium bezeichnet. Neben der Regulation des Blutflusses übernimmt das Endothelium weitere wichtige Aufgaben.

Steife Arterien belasten die Herzgesundheit

Funktioniert das Endothelium nicht mehr richtig, kann es diese wichtigen Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Können sich die Arterien nicht mehr entsprechend weiten, muss das Herz z. B. mehr Kraft aufwenden, um das Blut in den Körper zu pumpen. Dies kann zu Herzproblemen führen. Die italienischen Forscher untersuchten in ihrer Studie, wie häufig und wie schwerwiegend solch eine Störung des Endotheliums bei stabilen COPD-Patienten ist.

Einfache Untersuchung gibt Hinweise auf Zustand des Endotheliums

Sie untersuchten dazu bei 48 Menschen, wie gut ihr Endothelium funktionierte. Dazu wird der Blutdurchfluss im Finger gemessen, wie man es von Pulsmessern kennt. Von den Teilnehmern waren 16 an COPD erkrankt, 16 gesund und 16 wurden wegen Bluthochdruck behandelt. In ihrer Auswertung berücksichtigten die Forscher außerdem weitere Erkrankungen der Patienten anhand ihrer Medikamente und Blutfettwerte.

Bei COPD-Patienten waren Arterien wenig flexibel

Die Auswertung der Untersuchungen ergab, dass nachweislich mehr Menschen in der COPD-Gruppe eine Störung der Endotheliumfunktion aufwiesen als in den anderen beiden Gruppen. Die Elastizität der Blutgefäße war bei den COPD-Patienten außerdem nachweislich geringer im Vergleich zu den anderen Teilnehmern. Betrachteten die Forscher die Daten zur Lungenfunktion und der Endotheliumfunktion der Teilnehmer, so sahen sie einen direkten statistischen Zusammenhang in ihren gesammelten Daten.

Schwerere COPD, steifere Arterien

Patienten mit einer schwereren COPD-Erkrankung (GOLD C oder D) zeigten eine geringere Elastizität der Arterien als COPD-Patienten der Gruppen A und B. Wurden weitere Faktoren miteinbezogen, zeigte sich ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Auftreten von veränderten Blutfettwerten, COPD und Bluthochdruck und dem Auftreten von Störungen des Endotheliums.

Forscher sehen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Risiko bei COPD

Die Forscher schließen aus ihren Ergebnissen, dass eine Störung des Endotheliums und seiner wichtigen Funktionen mit dem häufigen Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei COPD-Patienten zusammenhängt. Sie sehen darin einen Hinweis darauf, dass eine Untersuchung der Endotheliumsfunktion bei COPD-Patienten helfen könnte, Herzkomplikationen rechtzeitig zu beurteilen und zu behandeln. Da an der Studie nur wenige Teilnehmer mitwirkten, müssen weitere Untersuchungen diesen Zusammenhang genauer beleuchten. Allgemein gilt, dass Menschen mit COPD mit der konsequenten Behandlung der Lungenerkrankung ebenfalls ihr Herz entlasten und ansonsten auch ein Augenmerk auf ihre Herzgesundheit haben sollten.

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