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Colitis ulcerosa

Hartnäckige Colitis ulcerosa – Wie zufrieden sind die Patienten mit der Wahl des Operationszeitpunktes?

Original Titel:
Timing of surgery in ulcerative colitis in the biologic therapy era-the patient's perspective

DGP – Oftmals müssen sich Patienten mit Colitis ulcerosa einer Darmoperation unterziehen. Häufig ist der Grund dafür eine hartnäckige Erkrankung, die auf die medikamentösen Behandlungsversuche nicht anspricht. In der vorliegenden Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich viele Betroffene im Nachhinein wünschten, sie hätten sich früher operieren lassen.


Viele Patienten mit Colitis ulcerosa müssen sich im Laufe ihres Lebens mindestens einer Operation unterziehen. Wann diese Operation optimal erfolgen sollte, ist umstritten. Es gibt derzeit keine generelle Empfehlung, wann eine Operation einer weiteren medikamentösen Behandlung vorgezogen werden sollte. Es sollte bei der Behandlung von Patienten mit einer hartnäckigen Colitis ulcerosa jedoch immer auch eine Operation in Betracht gezogen werden. In der Regel entscheiden sich der behandelnde Arzt und der Patient gemeinsam für oder gegen eine Operation und für den Zeitpunkt der Operation. Wissenschaftler aus Berlin und Bremen untersuchten nun, wie zufrieden Patienten mit Colitis ulcerosa mit dem Zeitpunkt ihrer Operation waren. Sie wollten herausfinden, ob sich die Patienten im Nachhinein wünschten, sie hätten sich bereits früher oder lieber erst später operieren lassen.

Wissenschaftler befragten Patienten mit Colitis ulcerosa, wie zufrieden sie mit dem Zeitpunkt der Operation waren

Die Wissenschaftler ließen 190 Patienten, die sich aufgrund von Colitis ulcerosa zwischen 2004 und 2015 einer Operation unterzogen hatten, einen speziellen Fragebogen zukommen. Die Patienten, die den Fragebogen nicht ausgefüllt zurückschickten, wurden nochmals telefonisch kontaktiert und gebeten, den Fragebogen auszufüllen. Das führte dazu, dass sich schließlich 109 Patienten (57,4 %) an der Umfrage beteiligten.

Viele Patienten wünschten sich im Nachhinein, sie hätten sich früher operieren lassen

Durchschnittlich vergingen von der Diagnose bis zur Operation 11,2 Jahre. In den meisten Fällen (70,6 %) war eine hartnäckige Colitis ulcerosa, die trotz Therapien ständig wiederkehrte, der Grund für die Operation. Bei 11,0 % war ein Darmkrebs Grund der Operation. 11,9 % der Patienten wurden aufgrund einer hochgradigen Gewebeveränderung, die sich zu Krebs entwickeln könnte, oder aufgrund von Darmverengungen operiert und 6,4 % wegen septischer Komplikationen aufgrund von Colitis ulcerosa (Komplikationen, die durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen werden). Von den 77 Patienten mit hartnäckiger Colitis ulcerosa berichteten 39 Patienten – das entspricht knapp der Hälfte der Patienten – , dass sie sich wünschten, sie hätten sich früher operieren lassen. Passend dazu ergaben statistische Analysen, dass ein hartnäckiger Krankheitsverlauf einen Vorhersagefaktor dafür darstellte, dass Patienten sich im Nachhinein wünschten, sie hätten die Operation bereits zu einem früheren Zeitpunkt über sich ergehen lassen.

Viele Colitis ulcerosa-Patienten mit einem hartnäckigen Krankheitsverlauf, bei denen die Erkrankung nicht auf verschiedene Behandlungen ansprach, wünschten sich im Nachhinein, sie hätten sich bereits früher operieren lassen. Der Zeitpunkt, an dem sich die Patienten und der behandelnde Arzt für eine Operation entschieden, schien somit in vielen Fällen nicht optimal zu sein. Die Autoren der Studie regten an, dass bereits im frühen Krankheitsverlauf über eine Operation nachgedacht und darüber beraten werden sollte.

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