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Diabetes

SGLT-2-Hemmer auch für Patienten mit Typ-1-Diabetes?

Original Titel:
Sodium-glucose co-transporter 2 (SGLT2) inhibitors as add-on therapy to insulin for type 1 diabetes mellitus: Systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials

DGP SGLT-2-Hemmer waren in der vorliegenden Studie mit Vor- und Nachteilen für Patienten mit Typ-1-Diabetes verbunden. Zu den Vorteilen zählten z. B. eine bessere Blutzuckereinstellung und niedrigeres Gewicht. Nachteile waren u. a. vermehrte diabetische Ketoazidosen.


SGLT-2-Hemmer, die üblicherweise bei einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes eingesetzt werden, kommen zunehmend auch bei der Behandlung von Patienten mit Typ-1-Diabetes in Kombination mit Insulin zum Einsatz. SGLT-2-Hemmer steigern die Ausscheidung von Zucker über den Urin und bewirken auf diese Weise ein Absenken des Blutzuckerspiegels. Die Wirkung erfolgt dabei unabhängig von der Ausschüttung und Wirkung von Insulin.

Helfen SGLT-2-Hemmer auch bei Typ-1-Diabetes?

Japanische Wissenschaftler untersuchten nun die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von SGLT-2-Hemmern bei Patienten mit Typ-1-Diabetes. Für ihre Übersichtsarbeit suchten sie zunächst in medizinischen Datenbanken nach Studien zu diesem Thema, analysierten diese dann und werteten sie schließlich zusammenfassend aus. Insgesamt standen die Ergebnisse von 14 Studien mit 4591 Patienten mit Typ-1-Diabetes zur Verfügung.

Klare Vorteile, aber auch schwerwiegende Nebenwirkungen

Die Ergebnisse deckten auf, dass der Langzeitblutzuckerwert (bekannt als HbA1c-Wert) von den Patienten durch die Anwendung der SGLT-2-Hemmer um 0,4 % gesenkt werden konnte. Weiterhin verloren die Patienten durch die Einnahme der SGLT-2-Hemmer durchschnittlich ca. 2,7 kg Gewicht und ihr oberer Blutdruckwert (der systolische Blutdruck) konnte reduziert werden. Zusätzlich konnte die benötigte Insulindosis der Patienten reduziert werden: das Basalinsulin (deckt den Grundbedarf an Insulin) um 4,2 Einheiten pro Tag und das Bolusinsulin (das Insulin, welches zusätzlich zu den Mahlzeiten verabreicht werden muss) um 3,6 Einheiten pro Tag. Zudem wiesen die Patienten weniger Schwankungen ihres Blutzuckerwertes auf. Die Anzahl an Unterzuckerungen oder schweren Unterzuckerungen erhöhte sich durch die Anwendung der SGLT-2-Hemmer nicht. Allerdings führten die SGLT-2-Hemmer bei den Patienten häufiger zu diabetischen Ketoazidosen (hierbei handelt es sich um schwerwiegende Stoffwechselentgleisungen bei Insulinmangel) und Infektionen im Genitalbereich.

SGLT-2-Hemmer, die klassischerweise bei Patienten mit Typ-2-Diabetes Anwendung finden, konnten in dieser Auswertung auch bei Patienten mit Typ-1-Diabetes positive Effekte auf die Blutzuckereinstellung, den Blutdruck und das Körpergewicht zeigen. Nebenwirkungen traten allerdings auch auf, sodass die die Studienautoren ein sorgsames Abwägen der Anwendung von SGLT-2-Hemmern bei Patienten mit Typ-1-Diabetes empfehlen.

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