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Welche Antihormontherapie ist bei fortgeschrittenem, hormonsensitivem Brustkrebs am besten?

Original Titel:
Efficacy and safety of fulvestrant in postmenopausal patients with hormone receptor-positive advanced breast cancer: a systematic literature review and meta-analysis

DGP – Wissenschaftler aus China untersuchten in ihrer Studie, welche Antihormontherapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem, hormonsensitivem Brustkrebs besser geeignet ist: Fulvestrant oder ein Aromatasehemmer. In Bezug auf das Überleben ohne Krankheitsfortschreiten war es günstiger, wenn die Frauen Fulvestrant statt Aromatasehemmer erhielten – allerdings nur, wenn die Dosis von Fulvestrant 500 mg betrug.


Bei einigen Frauen befinden sich auf den Krebszellen viele Hormonrezeptoren – man bezeichnet den Brustkrebs deshalb auch als hormonsensitiv. Zu den Hormonrezeptoren zählen der Östrogenrezeptor und der Progesteronrezeptor. Manche Patientinnen haben nur einen der beiden Rezeptoren auf ihren Krebszellen, bei anderen Patientinnen können sogar beide Rezeptortypen auf den Krebszellen nachgewiesen werden. Brustkrebspatientinnen mit hormonsensitivem Brustkrebs kann mit einer Antihormontherapie geholfen werden. Diese wird häufig nach der Operation zur Entfernung des Brusttumors eingesetzt, um ein Wiederkehren vom Krebs zu verhindern. Für die Antihormontherapie stehen verschiedene Medikamente zur Auswahl. Ärzte entscheiden je nach Befundlage und den individuellen Merkmalen der Patientinnen, welche Medikamente eingesetzt werden.

Was eignet sich bei hormonsensitivem Brustkrebs, der fortgeschritten ist, besser: Fulvestrant oder ein Aromatasehemmer?

Wissenschaftler aus China haben in ihrer Studie nun verschiedene Möglichkeiten zur Therapie von Patientinnen mit fortgeschrittenem, hormonsensitivem Brustkrebs untersucht. Alle Patientinnen hatten die Wechseljahre bereits erreicht. Im Speziellen untersuchten die Forscher, ob eine Therapie mit dem Medikament Fulvestrant oder mit einem Aromatasehemmer (Anastrozol/Letrozol/Exemestan) für die Patientinnen geeigneter war.

Die Wissenschaftler durchsuchten medizinisch-wissenschaftliche Datenbanken nach Studien, die zu diesem Thema durchgeführt wurden und fanden 7 Studien mit 3168 Patientinnen.

Fulvestrant in einer Dosierung von 500 mg war in Bezug auf das Überleben ohne Krankheitsfortschritt überlegen

Die Ergebnisse zeigten Folgendes: Betrachtete man alle Frauen, zeigten sich keine Vorteile einer Therapie mit Fulvestrant gegenüber Aromatasehemmern in Bezug auf die Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit. Anders war dies, wenn Fulvestrant in einer höheren Dosis von 500 mg verabreicht wurde. In diesem Fall profitierten die Patientinnen durch eine längere Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit, wenn sie Fulvestrant statt einem Aromatasehemmer bekamen. Zudem zeigten weitere Unteranalysen, dass in speziellen Fällen Fulvestrant den Aromatasehemmern in Bezug auf die Zeit, bis die Krankheit bei den Frauen fortschritt, überlegen war. Bei diesen speziellen Fällen handelte es sich um Patientinnen, die beide Hormonrezeptoren (Östrogen- und Progesteronrezeptoren) auf ihren Zellen aufwiesen und Patientinnen, die älter als 65 Jahre alt waren. Die Wissenschaftler schauten sich auch das Gesamtüberleben der Frauen an. Hierbei zeigten sich keine Unterschiede, je nachdem ob die Patientinnen Fulvestrant oder Aromatasehemmer erhalten hatten.

Schlussfolgernd zeigte diese Analyse, dass Patientinnen mit fortgeschrittenem, hormonsensitivem Brustkrebs eine längere Zeit lang ohne Fortschreiten der Krankheit überlebten, wenn sie 500 mg Fulvestrant anstelle von einem Aromatasehemmer zur Therapie erhalten hatten. Auch Frauen mit beiden Hormonrezeptoren und ältere Patientinnen (über 65 Jahre) profitierten in Bezug auf das Überleben ohne Krankheitsfortschritt mehr von Fulvestrant als von Aromatasehemmern.

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