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Höhere Lebensqualität trotz schlechterem Gesundheitszustand bei älteren COPD-Patienten: Akzeptanz als Schlüssel?

Original Titel:
Examining the Effects of Age on Health Outcomes of Chronic Obstructive Pulmonary Disease: Results From the Genetic Epidemiology of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Study and Evaluation of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Longitudinally to Identify Predictive Surrogate Endpoints Cohorts.

DGP Die COPD und damit verbundene Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Osteoporose, Gewichtsverlust und Depressionen werden mit dem Alter häufiger. Dabei gibt es durchaus auch jüngere Patienten, und nicht immer ist Rauchen der Auslöser für die Erkrankung. Über die Unterschiede der Erkrankung zwischen Patienten, die älter als 65 Jahre sind und solchen, die jünger sind, ist bisher aber nur sehr wenig bekannt.


Welche Auswirkungen das Alter auf die gesundheitlichen Folgen der Erkrankung hat, haben Forscher nun einmal genauer untersucht. Dazu zogen sie die Daten aus zwei großen Studiengruppen heran. Insgesamt werteten sie Daten von 5851 Teilnehmern mit COPD aus. Sie hatten zuvor an den Studien COPDGene und ECLIPSE teilgenommen. Ausgewertet wurden Daten zur Demografie wie Alter und Geschlecht, wie schwer die Erkrankung der Teilnehmer war, welche Begleiterkrankungen sie hatten, wie häufig sie Krankheitsschübe hatten und wie ihre Lebensqualität war.

Gesundheitszustand von älteren Patienten meist schlechter als bei jüngeren Patienten

Die Auswertung zeigte, dass Studienteilnehmer, die 65 Jahre oder älter waren, schlechter bei Lungenfunktionstest abschnitten, sich öfter in einer langjährigen Sauerstofftherapie befanden, beim 6-Minuten-Gehtest kürzere Strecken zurücklegten, häufiger Begleiterkrankungen hatten und mehr Anzeichen für Überblähung (Emphyseme) und Luftansammlungen bei radiologischen Untersuchungen aufwiesen als die jüngeren Studienteilnehmer. Damit ist der Gesundheitszustand bei älteren COPD-Patienten meistens schlechter, die Erkrankungen ist schwerer als bei jüngeren Patienten.

Ältere Patienten hatten aber auch weniger Krankheitsschübe und mehr Lebensqualität

Gleichzeitig hatten die älteren COPD-Patienten aber seltener Krankheitsschübe als die jungen Patienten und auch die Lebensqualität war deutlich besser, obwohl die Erkrankung nach medizinischen Standpunkten bereits schwerer war. Das wirft die Frage auf: Was genau ist für die selteneren Krankheitsschübe und die bessere Lebensqualität bei den älteren Patienten verantwortlich? Dem soll in weiteren Studien auf den Grund gegangen werden. Die Forscher vermuten aber, dass es mit der Einstellung der älteren Patienten zu ihrer Erkrankung zu tun hat. Vermutlich haben ältere Patienten ihre Erwartungen geändert und gelernt sich auf die COPD einzustellen und damit einen Vorteil gegenüber jüngeren Patienten.

Akzeptanz ist ein wichtiger Prozess

Bei chronischen Erkrankungen wie der COPD ist die Akzeptanz der Erkrankung ein wichtiger Prozess, um die Lebensqualität zu erhalten. Wie sich die Diagnose COPD auf Alltag, Psyche und Lebensqualität auswirken kann und was Patienten selbst tun können, hat der Verein COPD – Deutschland e. V. in seiner Ratgeberreihe eine Broschüre gewidmet. Die Ratgeber beruhen auf Erfahrungswerten von Betroffenen und Angehörigen und sind zu finden unter https://www.copd-deutschland.de/patientenratgeber-online-lesen.

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