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Morbus Crohn

Chronische Darmentzündungen erhöhen das Risiko für die Parkinson-Krankheit – Ergebnisse einer groß angelegten, dänischen Studie

Original Titel:
Inflammatory bowel disease increases the risk of Parkinson's disease: a Danish nationwide cohort study 1977-2014

DGP – Patienten mit einer chronischen Darmentzündung hatten ein höheres Risiko, an der Parkinson-Krankheit zu erkranken, als Personen, ohne derartige Darmerkrankungen. Dies war das Ergebnis einer groß angelegten, dänischen Studie. Dieses Ergebnis bestätigte das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Studie.


Es wird vermutet, dass Entzündungen im Darm eine Rolle bei der Entwicklung der Parkinson-Krankheit und der Multisystematrophie (MSA) – beides Erkrankungen des Nervensystems – spielen. Da liegt der Verdacht nahe, dass Patienten, bei denen der Darm ständig und dauerhaft entzündet ist, wie bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, ein höheres Risiko für die Parkinson-Krankheit haben. In der Tat zeigten US-amerikanische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie, dass Patienten mit einer chronischen Darmentzündung ein erhöhtes Risiko hatten, auch an der Parkinson-Krankheit zu erkranken (Studie von Peter und Kollegen, 2018 in der medizinischen Fachzeitschrift JAMA neurology veröffentlicht). Doch ist dieses Ergebnis auch auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar oder kann dieser Zusammenhang nur in den USA beobachtet werden? Ein Forscherteam aus Kopenhagen (Dänemark) untersuchte, ob es auch bei den Dänen einen Zusammenhang zwischen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und der Parkinson-Krankheit bzw. MSA gibt.

Die Wissenschaftler nahmen alle Patienten, die zwischen 1977 und 2014 in Dänemark die Diagnose „Morbus Crohn“ oder „Colitis ulcerosa“ erhielten, in ihre Studie mit auf

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Studie die Daten von allen Personen, bei denen zwischen 1977 und 2014 in Dänemark eine chronische Darmentzündung diagnostiziert wurde. Das waren insgesamt 76477 Personen. Außerdem zogen sie zum Vergleich die Daten von 7548259 Personen aus der Allgemeinbevölkerung hinzu, die zwar im Hinblick auf das Alter und der Geschlechterverteilung mit den Patienten übereinstimmten, jedoch weder an Morbus Crohn noch an Colitis ulcerosa litten (Kontrollpersonen).

Patienten mit einer chronischen Darmentzündung hatten ein größeres Risiko für die Parkinson-Krankheit

Bei dem Vergleich der Patienten mit den Kontrollpersonen fiel auch hier den Wissenschaftlern auf, dass die Patienten mit einer chronischen Darmentzündung ein größeres Risiko für die Parkinson-Krankheit hatten – und zwar ein um 22 % höheres Risiko. Dabei war das erhöhte Risiko für die Parkinson-Krankheit unabhängig vom Geschlecht und dem Alter zum Zeitpunkt der Diagnose „chronische Darmentzündung“. An MSA erkrankten generell nur sehr wenige Studienteilnehmer. Die Forscher konnten den Trend beobachten, dass Patienten mit einer chronischen Darmentzündung auch bezüglich dieser Erkrankung ein erhöhtes Risiko hatten. Es handelte sich hierbei jedoch nur um einen Trend, was bedeutet, dass es unklar ist, ob die Beobachtung nicht vielleicht doch nur auf dem Zufall basierte. Diesbezüglich ist somit noch weitere Forschung nötig.

Auch bei der dänischen Bevölkerung konnte somit ein Zusammenhang zwischen chronischen Darmentzündungen und der Parkinson-Krankheit festgestellt werden. Patienten mit einer chronischen Darmentzündung hatten nämlich ein um 22 % größeres Risiko, später an der Parkinson-Krankheit zu erkranken. Diese Ergebnisse entsprechen in etwa denen der oben erwähnten US-amerikanischen Studie, die feststellte, dass eine Erkrankung an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa das Risiko für die Parkinson-Krankheit um 28 % erhöhte. Diese Ergebnisse erhärten den Verdacht, dass Entzündungen im Darm bei der Entwicklung der Parkinson-Krankheit eine Rolle spielen.

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