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Einfluss von Vitamin D auf MS-Aktivität unter Fingolimod?

Original Titel:
Basal vitamin D levels and disease activity in multiple sclerosis patients treated with fingolimod.

DGPHat Vitamin D auf die MS-Aktivität unter Fingolimod einen Einfluss? Dieser Frage sind italienische Forscher nachgegangen. Weniger Schübe beobachteten sie nicht, aber leichte Verbesserungen im MRT. Ob dafür tatsächlich das Vitamin D verantwortlich ist, zeigen ihre Daten leider noch nicht.


Der Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung und den Verlauf von Multipler Sklerose ist bereits länger Gegenstand der Forschung. Die bisherigen Untersuchungen reichen aber noch nicht aus, um direkte Zusammenhänge zu belegen. Trotzdem wird Vitamin D, auch bei anderen Erkrankungen, gerne als Wundermittel angepriesen.

Bessere Behandlungsergebnisse mit viel Vitamin D im Blut?

Verschiedene Studien lieferten Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration im Blut geben könnte. Es wurde bisher ein Einfluss auf die Anfälligkeit für MS bzw. auf die Krankheitsaktivität während der Behandlung mit bestimmten MS-Medikamenten vermutet. Italienische Forscher untersuchten kürzlich, welchen Einfluss die Vitamin-D-Konzentration im Blut auf die Krankheitsaktivität während der Behandlung mit Fingolimod hat. Dazu untersuchten sie 126 Menschen mit MS, die mit Fingolimod am MS-Zentrum des San-Raffaele-Krankenhauses behandelt wurden und von denen die Vitamin-D-Werte zu Behandlungsbeginn bekannt waren. Die Wissenschaftler begleiteten die Teilnehmer über zwei Jahre mit regelmäßigen klinischen Untersuchungen und MRT-Scans.

Möglicher Einfluss von Vitamin D auf MS-Aktivität zeigte sich nur im MRT

Die Wissenschaftler berichten, dass sie keinen statistischen möglichen Zusammenhang (Korrelation) zwischen den Vitamin-D-Werten und der durchschnittlichen jährlichen Schubrate oder der Zeit bis zum ersten Schub bei den Teilnehmern feststellen konnten. Jedoch beobachteten sie bei Patienten, die im Blutserum einen Vitamin-D-Wert von 100 nmol/l oder mehr hatten, weniger Anzeichen für Krankheitsaktivität in den MRT-Scans zu Beginn der Behandlung als bei Patienten mit weniger Vitamin D im Blut. Dieses Ergebnis zeigte sich auch bei den MRT-Scans nach zwei Jahren.

Weniger aktive Läsionen bei Patienten mit hohen Vitamin-D-Werten im Vergleich

Die Forscher fassen zusammen, dass in ihrer Untersuchung von Patienten unter Fingolimod jene mit den höchsten Vitamin-D-Werten zu Beginn der Behandlung eine nachweislich geringere Anzahl aktiver Läsionen zu Beginn der Behandlung auswiesen. Dieser Zustand sei auch nach zwei Jahren feststellbar gewesen, wenn auch in schwächerer Form, wenn die Anzahl der aktiven Läsionen zu Beginn der Behandlung berücksichtigt wurde.

Vorteil auch ohne einwandfreien wissenschaftlichen Nachweis?

Sie sind daher der Meinung, dass es aufgrund des Sicherheitsprofils von Vitamin-D-Supplementen für MS-Patienten durchaus von Vorteil sein könnte, Vitamin-D-Werte über dem aktuell als ausreichend angesehenen Wert anzustreben, selbst wenn sich ein Zusammenhang bisher nicht beweisen lässt.

Sonnenvitamin kann als Nahrungsergänzung überdosiert werden

Wie viel Vitamin D im Blut gesund ist, auch darüber wird in der Wissenschaft gestritten. Manche sehen den aktuellen Richtwert als zu niedrig an. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aktuell eine Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l. Ob dazu Nahrungsergänzungsmittel nötig sind, kann ein Arzt feststellen. Grundsätzlich nimmt der Mensch geringe Mengen Vitamin D durch die Nahrung auf, das meiste produziert der menschliche Körper jedoch selbst. Dazu benötigt er jedoch etwas Sonnenlicht. Wer sich fast nur drinnen aufhält, kann also in der Tat zu wenig vom Sonnenvitamin im Blut haben. Da Vitamin D fettlöslich ist, kann der Körper es gut speichern, nachdem er es produziert hat. Das bedeutet aber auch, dass sich Vitamin D als Nahrungsergänzung durchaus auch überdosieren lässt.

Menschen mit MS sollten daher mit ihren Ärzten sprechen, ob eine Einnahme von Vitamin D für sie sinnvoll ist und wie viel Vitamin D eingenommen werden sollte. Bei einer längerfristigen Einnahme von hohen Dosen Vitamin D ist eine ärztliche Begleitung wichtig, da sonst z. B. Schäden an den Nieren auftreten können.

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