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COPD

Niedrig dosiertes Theophyllin: britische Studie findet keinen Zusatznutzen

Original Titel:
Use of ‘low dose’ theophylline to reduce exacerbations of COPD: a pragmatic multicenter randomized placebo controlled trial

DGP – Theophyllin wird zur Behandlung von COPD eingesetzt. In niedriger Dosierung in Kombination mit inhalativen Kortison soll es die entzündungshemmende Wirkung des Kortisons fördern. Eine aktuelle Studie zu dem Thema fand keine Anhaltspunkte für diesen Zusatznutzen.


Theophyllin ist ein schon älterer Wirkstoff, der zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. Seine Wirkung beruht darauf, dass er die Muskeln der Atemwege entspannt, die Bronchien werden so geweitet. Dadurch kann Atemnot als Folge verengter Atemwege gemildert werden. Wirkstoffe, welche die Bronchien weiten, werden auch Bronchodilatatoren genannt. Aufgrund vieler Nebenwirkungen wird Theophyllin in den aktuellen Leitlinien zur Behandlung von COPD aber nur noch als Bronchodilatator der 3. Wahl aufgeführt. Andere, neuere Wirkstoffe werden bevorzugt.

Theophyllin als Wirkungsverstärker?

Laboruntersuchungen gaben aber Hinweise darauf, dass ein niedriger Theophyllinspiegel im Blut mit einer besseren Wirksamkeit von inhalativem Kortison einhergeht. Für die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist das interessant, da hier die Entzündung der Atemwege oftmals nicht vollständig auf inhalatives Kortison anspricht.

Theophyllin als Zusatz zur Standardtherapie getestet

Britische Forscher haben nun genauer untersucht, ob eine niedrige Dosis Theophyllin bei COPD-Patienten, die mit inhalativem Kortison behandelt werden, einen Zusatznutzen hat. Dazu untersuchten sie 1657 Patienten mit COPD mit einem erhöhten Risiko für akute Verschlechterungen (mind. zwei behandlungsbedürftige akute Verschlechterungen im vergangenen Jahr). Die Patienten wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt neben ihrer Standardbehandlung mit inhalativem Kortison eine niedrige Dosis Theophyllin zur Einnahme, die andere Gruppe erhielt zusätzlich ein Placebo. Die Studie lief über 13 Monate, nach sechs und 12 Monaten wurden die Patienten jeweils untersucht.

Studie fand keinen Zusatznutzen von niedrig dosiertem Theophyllin

Nach Auswertung der in der Studie gesammelten Daten konnten die Forscher keinen Nachweis für einen Zusatznutzen einer niedrig dosierten Therapie mit Theophyllin bei COPD-Patienten mit einem hohen Risiko für akute Verschlechterungen finden. Gerade aufgrund der bekannten Nebenwirkungen von Theophyllin wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Muskelkrämpfen, Kaliummangel und Herzbeschwerden, sollte der Einsatz von Theopyllin genau abgewogen werden. Ohne Zusatznutzen sprechen die Ergebnisse der Studie eher gegen einen Einsatz von Theophyllin zur Wirkungsverstärkung von inhalativem Kortison. An den Empfehlungen zum Einsatz von Theophyllin als Bronchodilatator ändert sich durch diese Ergebnisse jedoch nichts.

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