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Multiple Sklerose

Liponsäure scheint den Gehirnschwund bei sekundär progressiver MS zu verlangsamen

Original Titel:
Lipoic acid in secondary progressive MS: A randomized controlled pilot trial

DGP – Liponsäure ist eine spezielle Fettsäuren. In Tierversuchen schützte die Fettsäure die Nerven. Eine aktuelle Studie mit Menschen mit sekundär progressiver Multipler Sklerose zeigt, Liponsäure könnte durchaus dazu beitragen, den jährlichen Verlust an Gehirnvolumen deutlich zu bremsen.


Wenn eine schubförmig verlaufende Multiple Sklerose beginnt stetig fortzuschreiten, statt nach den Schüben abzuklingen, verändert sich die Verlaufsform. Sie geht in eine progressive Verlaufsform über. Wenn diese an einen vorherigen schubförmigen Verlauf anschließt, spricht man von einer sekundär progressiven MS (SPMS). Mit dem ständigen Fortschreiten der Erkrankung ist auch der Verlust von Hirnmasse verbunden. Durch die fortwährenden Entzündungen kommt es zu einem Gehirnschwund, der größer ist, als es durch das Älterwerden zu erklären ist. Da der Gehirnschwund sich auf den Grad der Behinderung und die kognitiven Fähigkeiten des Patienten auswirkt, wird versucht ihn mit Medikamenten aufzuhalten.

Liponsäure unterstützt den Energiehaushalt unserer Zellen und schützt vor Zellschäden durch freie Radikale

Als ein Kandidat dafür haben Forscher aus den USA eine spezielle Fettsäure untersucht. Die Liponsäure kommt natürlicherweise auch in unseren Zellen vor, sie ist als Coenzym am Energiehaushalt unserer Zellen beteiligt. Darüber hinaus hat Liponsäure antioxidative Eigenschaften, d. h. sie ist in der Lage frei Radikale, die durch Zellstress entstehen, unschädlich zu machen oder verbrauchte Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Coenzym Q10 zu regenerieren. In Tierstudien zeigte die Fettsäure außerdem nervenschützende Eigenschaften.

Kann Liponsäure die jährliche Abnahme des Gehirnvolumens verlangsamen?

Die Forscher gaben Teilnehmern ihrer Studie über zwei Jahre hinweg entweder 1200 mg Liponsäure oder ein Placebo. Die Patienten, die an der Studie teilnahmen, litten alle an SPMS und waren zwischen 40 und 70 Jahren alt. Über den Zeitraum der Studie schauten die Forscher, ob sich die jährliche prozentuale Abnahme des Gehirnvolumens veränderte. Sie untersuchten außerdem, wie schnell das Rückenmark und bestimmte Netzhautstrukturen schrumpften, wie der Verlauf des Behinderungsfortschritts der Teilnehmer war und wie es den Teilnehmern während der Einnahme ging.

Liponsäure reduzierte in der Studie den Verlust von Gehirnvolumen um durchschnittlich 68 %

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Liponsäure tatsächlich bei SPMS gegen den Gehirnschwund helfen kann. Nach den zwei Jahren hatte die Teilnehmergruppe, die Liponsäure erhalten hatte, im Schnitt 68 % weniger Gehirnvolumen pro Jahr verloren als die Patienten, die nur das Placebo erhielten. Auch beim Fortschritt der Behinderung machten die Forscher positive Beobachtungen, die sich aber statistisch nicht beweisen ließen.

Weitere Studien sollen Ergebnisse bestätigen

Die Forscher stufen die Liponsäure als gut verträglich und sicher ein, trotz Nierenproblem bei zwei der 27 damit behandelten Teilnehmern. Die Studie zeigt, dass die Behandlung mit Liponsäure Patienten mit SPMS einen Vorteil bieten könnte. Zunächst müssen aber erst weitere Studien durchgeführt werden, die die Ergebnisse bestätigen. Dann wäre die Einnahme von Liponsäure als Tablette eine einfache und kostengünstige Option, die Ärzten ihren Patienten anbieten könnten.

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