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Migräne

Systematische Analyse der Forschung: wirkt Flunarizin als Migräneprophylaxe?

Original Titel:
Flunarizine as prophylaxis for episodic migraine

DGP – Die gesammelten Studien der letzten Jahre zur Behandlung episodischer Migräne zeigen gemeinsam ein kohärentes Bild. Demnach wirkt die Prophylaxebehandlung mit 10 mg Flunarizin pro Tag und wird gut vertragen. Viele der Studien sind allerdings bereits älter – neuere Vergleiche von Flunarizin mit aktuellen Therapieoptionen und moderneren Maßen für die Schwere der Migräneerkrankung wären also wünschenswert.


Flunarizin ist eines von mehreren möglichen Prophylaxemedikamenten, die Migräneattacken vorbeugen können. Es galt also lange Zeit, auf der Basis einiger klinischer Studien, als wirksam und verträglich genug, um als Therapie empfohlen werden zu können. Wie der aktuelle Stand der Forschung zur Wirksamkeit von solchen Medikamenten ist, sollte natürlich aber auch immer bei solchen Empfehlungen berücksichtigt werden. Daher führten Forscher nun eine systematisch Übersichtsarbeit (Review) durch und analysierten die Ergebnisse aller relevanten Studie gemeinsam (sogenannte Meta-Analyse).

Aktueller Stand der Forschung zur Wirksamkeit von Flunarizin 

Dazu ermittelten sie aus verschiedenen medizinwissenschaftlichen Datenbanken Studien mit dem Wirkstoff Flunarizin zur Prophylaxebehandlung der Migräne. Der Fokus lag auf randomisiert kontrollierten Studien, in denen also zufällig ausgewählt ein Teil der Patienten Flunarizin, ein Teil aber ein anderes Mittel (Kontrolle) erhielt. Für jede dieser Studien wurde das Bias-Risiko, also das Risiko für Voreingenommenheit oder Verzerrung der Ergebnisse, ermittelt. Darin spielt eine Rolle, wer eine Studie finanziert und durchgeführt hat, aber auch, ob die Teilnehmerzahl ausreichend groß war, um eine klare Aussage treffen zu können. Ebenso kommen hierbei aber auch Studiendesign und Methode zur Sprache, die beeinflussen können, wie vertrauenswürdig das Ergebnis am Ende ist.

Die Wirksamkeit der Behandlung wurde anhand der durchschnittlichen Zahl von Migräneanfällen ermittelt. Außerdem wurden unerwünschte Effekte analysiert, um die Verträglichkeit der Behandlung zu erfassen.

Randomisiert kontrollierte Studien, Analyse von Ergebnissen und Risiko für Verzerrung der Ergebnisse

Aus der Datenbanksuche ergaben sich 879 Veröffentlichungen zur Behandlung von Migräne mit Flunarizin. Daraus konnten 25 Studien ermittelt werden, die kontrolliert und randomisiert durchgeführt worden waren. Das häufigste Problem in den Untersuchungen, weswegen eine Bewertung der Ergebnisse erschwert werden könnte, war die Abbruchrate der Teilnehmer. Insgesamt fanden die Forscher, dass Flunarizin die Kopfschmerzhäufigkeit um 0,4 Anfälle in 4 Wochen im Vergleich zum Placebo senkte. Dieses Ergebnis gründete sich auf 5 Studien mit insgesamt 249 Teilnehmern. Die Analyse von 7 Studien (zusammen 1151 Teilnehmer) ergab zudem, dass Flunarizin vergleichbar wirksam zu Propranolol zur Vorbeugung bei Migräne ist. Die Wirksamkeit konnte auch bei Kindern gezeigt werden. Zu den häufigsten unerwünschten Effekten gehörten Schläfrigkeit oder Benommenheit und Gewichtszunahme.

Die Meta-Analyse ergab ein verlässliches und einheitliches Bild, obwohl mehrere der Studien ein recht hohes Risiko der Voreingenommenheit oder Verzerrung der Ergebnisse hatten. Dazu zählten, wie schon beschrieben, hohe Abbruchraten der Teilnehmer. Zudem waren leider die Erfassung und Berichterstattung der unerwünschten Effekte inkonsistent und begrenzt.

Kernaussage: Flunarizin ist eine wirksame Migräneprophylaxe

Fazit: die gesammelten Studien der letzten Jahre zur Behandlung episodischer Migräne zeigen gemeinsam in kohärentes Bild. Demnach wirkt die Prophylaxebehandlung mit 10 mg Flunarizin pro Tag und wird gut vertragen. Viele der Studien sind allerdings bereits älter – neuere Vergleiche von Flunarizin mit aktuellen Therapieoptionen und moderneren Maßen für die Schwere der Migräneerkrankung wären also wünschenswert.

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