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Morbus Crohn

Ballondilatation oder endoskopische Strikturotomie bei Verengungen an Darmnähten – Methoden im Vergleich

Original Titel:
Endoscopic Stricturotomy Versus Balloon Dilation in the Treatment of Anastomotic Strictures in Crohn's Disease

DGP – Morbus Crohn-Patienten mit Verengungen an einer Darmnaht können diese sowohl mit einer endoskopischen Ballondilatation als auch mit einer endoskopische Strikturotomie behandeln lassen. Wissenschaftler verglichen in der vorliegenden Studie diese beiden Methoden miteinander und kamen zu dem Schluss, dass die endoskopische Strikturotomie der Ballondilatation in den meisten Punkten überlegen war.


Bei Patienten mit Morbus Crohn kann es zu Verengungen des Darms kommen. Können diese nicht medikamentös in den Griff bekommen werden, muss entweder operiert oder die Engstelle mit Hilfe eines Ballons, der an der Engstelle gedehnt wird, geweitet werden (Ballondilatation). Eine relative neue Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte endoskopische Strikturotomie (ES). Hierbei wird die Verengung von innen heraus mit Hilfe eines Endoskops abgetragen. Doch welche Behandlungsweise ist wirksamer und sicherer für Morbus Crohn-Patienten, die Verengungen an einer Operationsnaht, die von einer vorangegangenen Darmoperation herrührt, aufweisen?

Patienten wurden entweder mit einem Ballonkatheter oder mit der endoskopische Strikturotomie behandelt

Wissenschaftler aus Cleveland (USA) gingen dieser Frage nach und verglichen die beiden Behandlungsmöglichkeiten miteinander. Zu diesem Zweck sammelten sie Daten von 185 Morbus Crohn-Patienten, die Verengungen an einer Operationsnaht aufwiesen und entweder mit dem Ballonkatheter (164 Patienten, seit 1998) oder mit der ES (21 Patienten, seit 2009) behandelt wurden. Die Wissenschaftler untersuchten, wie lange die Patienten ohne eine weitere Operation lebten und welche Komplikationen nach den jeweiligen Behandlungen auftraten.

Die endoskopische Strikturotomie schien der Ballondilatation überlegen zu sein

Die Analyse der Daten zeigte, dass die ES gute Erfolge erzielte. Bei allen Patienten, die mit der ES behandelt wurden, konnten unmittelbare Erfolge erzielt werden. Dies war bei 89,5 % der Patienten, die mit einem Ballonkatheter behandelt wurden, der Fall. Auch was die Symptome der Patienten und das bildgebende Verfahren (Endoskopie) anging, schien die ES der Ballonkatheter-Behandlung überlegen zu sein. Nach der Ballonkatheter-Behandlung mussten mehr Patienten anschließend operiert werden (33,5 % der Patienten, 55 Patienten, im Mittel 4 Jahre nach der Behandlung) als nach der ES (9,5 % der Patienten, 2 Patienten, im Mittel 0,8 Jahre nach der Behandlung).

Beide Behandlungsmethoden waren mit verschiedenen Komplikationen verbunden

Was die Komplikationen der Behandlungen betraf, so kam es bei 1,1 % der Ballonkatheter-Behandlungen zu Darmdurchbrüchen. Bei der ES traten diese Komplikationen hingegen nicht auf. Andersherum kam es bei der 8,8 % der ES zu Blutungen, die Bluttransfusionen nötig machten, welche wiederum bei den Ballonkatheter-Behandlungen gar nicht auftraten.

Morbus Crohn-Patienten mit Verengungen an einer Darmnaht schienen somit stärker von dem neueren Verfahren, der endoskopische Strikturotomie, als von einer Ballondilatation zu profitieren. Es ist jedoch zu beachten, dass bei der ES zwar das Risiko für Darmdurchbrüche geringer war, das Risiko für Blutung war jedoch höher. Die Methode sollte somit noch dahingehend verbessert werden.

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