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Schlechter in der Schule wegen Asthma?

Original Titel:
Chronic health conditions and school performance in first graders: A prospective cohort study.

DGP – Chronische Erkrankungen wie Asthma können das Leben einschränken. Eine Untersuchung deutscher Wissenschaftler zeigte: Erstklässler mit chronischen Erkrankungen schneiden in der Schule schlechter ab.


Asthma ist häufig bei Kindern, besonders allergisches Asthma. Untersuchungen in der Vergangenheit haben nahegelegt, dass chronische Erkrankungen wie Asthma die schulischen Leistungen von Kindern beeinflussen könnten. Dem sind deutsche Forscher in Mainz-Bingen nachgegangen.

Befragung zu besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen und ärztlichen Diagnosen

Im Jahr 2015 wurden alle Vorschulkinder auf chronische Erkrankungen untersucht. Dies passierte zum einen durch einen Fragebogen, den die Eltern ausfüllen sollten sowie durch Daten aus der Gesundheitsuntersuchung vor der Einschulung. Schüler mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen oder einer ärztlichen Diagnose einer von 24 für die Schule relevanten Erkrankungen wurden als chronisch erkrankt eingestuft. Als besondere gesundheitliche Bedürfnisse definierten die Forscher, wenn Kinder verschreibungspflichtige Medikamente brauchten, soziale oder pädagogische Unterstützung benötigten, funktionale Einschränkungen hatten, Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie benötigten oder psychische Probleme hatten. Am Ende des Schuljahres wurde von den Lehrern eine Bewertung der Leistung im Schuljahr auf einer Skala von- 5 bis 5 vorgenommen. Die Eltern der teilnehmenden Kinder wurden außerdem zu verschiedenen Aspekten der Gesundheit und der Lebensumstände der Kinder befragt. So z. B. ob im Haushalt geraucht wird, wie lange das Kind gestillt wurde oder wie oft das Kind draußen spielt.

Etwas mehr als die Hälfte der Kinder hatte eine chronische Erkrankung

Von 3683 Kindern, die für die Untersuchung angeschrieben wurden, nahmen 2003 Kinder teil. Die Bewertung der schulischen Leistung für das vergangene Schuljahr war für 1462 Kinder abgegeben worden. Von diesen 1465 Kindern erfüllten etwas mehr als die Hälfte (52 %) die Untersuchungskriterien für eine chronische Erkrankung. Zu den häufigsten von einem Arzt festgestellten chronischen Erkrankungen gehörten Frühgeburt, Schläfrigkeit, atopische Dermatitis, Asthma und Untergewicht.

Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen schnitten schlechter ab

Im Vergleich zu Kindern ohne chronische Erkrankung schnitten Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen (15 %) schlechter in der Schule ab. Kinder hingegen, bei denen zwar eine ärztliche Diagnose einer chronischen Erkrankung vorlag, die aber keine besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse hatten (37 %), schnitten nicht schlechter ab als Kinder ohne chronische Erkrankung. Kinder mit Asthma, die regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, können zu erster Gruppe gehören.

Um Kinder zu fördern, muss man sie erkennen

Die Forscher schlussfolgern, dass chronische Erkrankungen die allgemeine schulische Leistung bereits früh in der Grundschule beeinflussen können. Sie schlagen vor, dass besondere gesundheitliche Bedürfnisse herangezogen werden könnten, um Kinder zu identifizieren, die davon betroffen sein könnten. So kann gezielter auf diese Kinder eingegangen werden und ein guter Start ins Schulleben gefördert werden.

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