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Darmkrebs

Fatigue erhöht das Sterberisiko von Männern mit überstandenem Darmkrebs

Original Titel:
The association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality of colorectal and endometrial cancer survivors: Results from the population‐based PROFILES registry

DGP – Eine starke Erschöpfung (Fatigue) kommt bei Krebspatienten recht häufig vor. Dass diese nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt, sondern auch Auswirkungen auf das Sterberisiko haben kann, zeigte die vorliegende Studie.


Viele Krebspatienten kennen die starke Erschöpfung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann – die Fatigue. Diese kann als Folge der Krebserkrankung an sich oder auch als Folge der Krebstherapien wie z. B. der Chemotherapie auftreten. Es steht außer Frage, dass eine Fatigue sehr belastend ist, doch wirkt sie sich auch auf das Sterberisiko der Patienten aus? Dies untersuchten nun Wissenschaftler aus den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland.

Wissenschaftler werteten Daten von Patienten aus, die Darmkrebs oder Endometriumkrebs überstanden hatten

Die Wissenschaftler nutzen für ihre Studie Daten von 2059 Krebspatienten, die vor über 5 Jahren mit der Diagnose Darmkrebs (70,8 % der Patienten) oder Endometriumkrebs (29,1 % der Patienten) konfrontiert wurden. Alle Patienten wiesen ein Krebsstadium von I, II oder III auf. Das bedeutet, dass der Krebs noch nicht in andere Körperregionen gestreut hatte (Metastasen gebildet hatte). Nach der Krebstherapie wiesen die Patienten keine Anzeichen der Erkrankung mehr auf, weshalb sie als Krebsüberlebende angesehen wurden. Die Wissenschaftler untersuchten, wie häufig die Patienten von einer Fatigue betroffen waren und ob sich diese auf das allgemeine Sterberisiko der Betroffenen auswirkte.

Fatigue erhöhte bei männlichen Darmkrebs-Überlebenden das allgemeine Sterberisiko

Eine Fatigue trat bei den Patienten häufig auf. 35,8 % der Männer mit Darmkrebs und 43,6 % der Frauen mit Darmkrebs waren von dieser betroffen. 20 % der Patienten (408 Patienten) verstarben während einer mittleren Beobachtungszeit von 9 Jahren. Speziellen Analysen zufolge schien es einen Zusammenhang zwischen der Fatigue und dem allgemeinen Sterberisiko von männlichen Darmkrebs-Patienten zu geben. Männer mit Darmkrebs, die von einer Fatigue betroffen waren, hatten laut der Analysen ein 1,75-mal so hohes Sterberisiko wie Patienten, die von einer Fatigue verschont blieben. Dieses Ergebnis kam unter Berücksichtigung von demografischen, klinischen und Lebensstil-Faktoren zustande. Interessanterweise konnte dieser Zusammenhang weder bei Frauen mit Darmkrebs noch bei Patienten mit Endometriumkrebs beobachtet werden. Bei diesen Patientengruppen zeichnete sich nur ein Trend ab, der laut statistischen Analysen jedoch zufallsbedingt war.

Fatigue hatte somit Auswirkungen auf das allgemeine Sterberisiko von Männern, die einen Darmkrebs überlebt hatten – nicht aber bei weiblichen Darmkrebs-Überlebenden oder Überlebenden eines Endometriumkrebses. Aus diesem Grund regten die Autoren der Studie an, dass Ärzte der Diagnose und der Behandlung von Fatigue bei Darmkrebs-Patienten mehr Beachtung schenken sollten.

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