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Prostatakrebs

Das Metabolische Syndrom verschlechtert die Prognose von Prostatakrebs-Patienten

Original Titel:
Impact of metabolic syndrome on oncologic outcomes at radical prostatectomy

DGP – Diabetes, Bluthochdruck, Bauchfett und erhöhte Blutfette – das Metabolische Syndrom – wirkten sich negativ auf den Krankheitsverlauf und das Operationsergebnis der Prostatakrebs-Patienten aus. Außerdem hatten Männer mit Metabolischem Syndrom ein höheres Risiko, dass sich der Krebs nach der Operation als aggressiver herausstellte als zuvor angenommen. Dies waren die Ergebnisse der vorliegenden Studie.


Von einem Metabolischen Syndrom ist die Rede, wenn Personen mehrere Risikofaktoren – darunter Diabetes, Bluthochdruck, Bauchfett und erhöhte Blutfette – aufweisen. Dass sich das Metabolisches Syndrom nicht nur negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirkt, sondern auch negative Effekte hinsichtlich Prostatakrebs hat, konnte in einer kürzlich erschienenen Studie gezeigt werden. Prostatakrebs-Patienten hätten nämlich ein größeres Risiko, dass sich der Krebs nach der Operation als aggressiver und weiter fortgeschritten herausstellte als zuvor angenommen, wenn sie zusätzlich unter dem Metabolischen Syndrom litten (Studie von Cosimo und Kollegen, 2018 in der medizinischen Fachzeitschrift Prostate cancer and prostatic diseases veröffentlicht). Wissenschaftler aus Italien und den USA ergänzten die Datenlage zu dieser Thematik. Zusätzlich zu dem Operationsergebnis untersuchten die Wissenschaftler, ob das Metabolische Syndrom einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Patienten hat.

Wissenschaftler verglichen die Operationsergebnisse und die Krankheitsverläufe von Prostatakrebs-Patienten mit und ohne Metabolisches Syndrom

Die Wissenschaftler untersuchten 8504 Männer, die sich zwischen 2000 und 2010 aufgrund von Prostatakrebs die Prostata operativ entfernen ließen. Je nachdem, ob die Patienten zum Zeitpunkt der Operation unter dem Metabolischen Syndrom litten (1054 Patienten, 12,4 %) oder nicht (7450 Patienten, 87,6 %), wurden sie in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Wissenschaftler interessierten sich für den Befund nach der Operation – nachdem das operativ entfernte Gewebe genaustens untersucht wurde. Sie protokollierten, ob am Rand des operativ entfernten Gewebes noch Krebszellen zu finden waren (positiver Schnittrand, r1), ob der Krebs aggressiver eingestuft wurde als vor der Operation (Gleason Score-Upgrading) und ob die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten war als vor der Operation angenommen. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler den Krankheitsverlauf der Patienten. Mithilfe statistischer Analysen wollten die Wissenschaftler schließlich herausfinden, ob das Metabolische Syndrom mit dem Ergebnis nach der Operation oder mit dem Krankheitsverlauf der Patienten zusammenhing.

Patienten mit Metabolischem Syndrom hatten ein höheres Risiko für einen schlechten Krankheitsverlauf

Bei dem Vergleich der Patientengruppen fiel auf, dass die Patienten mit Metabolischem Syndrom älter waren, einen höheren Gleason Score (sowohl bei der Biopsie als auch nach der Operation) hatten und geringere PSA (prostataspezifisches Antigen)-Werte vor der Operation aufwiesen als Patienten ohne Metabolisches Syndrom. Statistische Analysen ergaben, dass das Metabolische Syndrom mit positiven Schnitträndern und mit einem Gleason Score-Upgrading im Zusammenhang stand. Und auch auf den Krankheitsverlauf schien das Metabolische Syndrom einen Einfluss zu haben. So hatten Patienten mit dem Metabolischen Syndrom sowohl ein höheres Risiko für einen lokalen Krankheitsrückfall als auch ein höheres Risiko, an dem Prostatakrebs zu sterben.

Männer mit Metabolischem Syndrom hatten ein höheres Risiko, dass sich nach der Operation herausstellte, dass der Krebs aggressiver war als zuvor angenommen. Außerdem hatten sie ein höheres Risiko für positive Schnittränder nach der Operation, ein höheres Risiko für einen lokalen Krankheitsrückfall und ein höheres Risiko, an dem Prostatakrebs zu sterben. Die Autoren der Studie merkten an, dass das erhöhte Risiko bei der Therapieentscheidung (besonders, wenn die aktive Überwachung eine Option darstellt) berücksichtigt werden sollte.

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