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Gezielte Lungendenervierung: Überaktive Nerven stilllegen

Original Titel:
A double-blind, randomized, sham-controlled study of Targeted Lung Denervation in patients with moderate to severe COPD.

DGPKann die Verödung von überaktiven Nervenbahnen in der Lunge helfen, Atemwegsprobleme bei COPD zu reduzieren? Europäische Forscher berichten von einer neuen Methode mit vielversprechenden Ergebnissen.


Bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kommt es unter anderem zu einer Verengung der Atemwege. Daran können überaktive Nervenbahnen beteilig sein, die die Weite der Atemwege steuern. Forscher untersuchen daher, ob eine bronchoskopische Behandlung dieser Nervenbahnen eine Besserung der Krankheitssymptome bewirken kann.

Neues Verfahren soll minimal-invasiv überaktive Nervenbahnen stilllegen

Ein neues bronchoskopisches Verfahren ist die gezielte Lungendenervierung TLD (engl. Targeted Lung Denervation). Dabei wird eine Sonde in die Atemwege eingeführt, mithilfe der die Nervenbahnen auf der äußeren Oberfläche der Atemwege mit hochfrequenter elektrischer Energie (sog. Radiofrequenz-Energie) gezielt unterbrochen werden. Eine Ansteuerung der äußeren Oberfläche der Atemwege durch die überaktiven Nervenbahnen ist dann nicht mehr möglich. Das soll zu einer sanften Entspannung der Muskeln in den Bronchien führen und blockierte Atemwege sollen geöffnet werden.

Ist das Verfahren wirksam und sicher?

Europäische Wissenschaftler haben dieses neue Verfahren auf seine Wirksamkeit und Sicherheit hin untersucht. Sie verglichen dazu die Behandlung mit TLD und dem Wirkstoff Tiotropium mit der Kombination aus einer Scheinbehandlung und Tiotropium. An 15 Zentren wurden Patienten mit stabiler COPD, die zufällig der TLD oder der Scheinbehandlung zugeordnet wurden, einer Bronchoskopie unterzogen. Dazu wurde ein neues Lungendenervations-System der US-amerikanischen Forma Nuvaira eingesetzt.

Kann TLD Atemwegsprobleme reduzieren?

Die Forscher untersuchten anschließend, wie viel % der behandelten Patienten zwischen drei und 6 Monaten nach der Behandlung Atemwegsprobleme hatten. Als Atemwegsprobleme galten Atemversagen, Lungenentzündungen, akute Verschlechterungen, Grippeinfektionen, weitere Infektionen der Atemwege, eine sich verschlechternde Bronchitis, zunehmende Atemnot, sehr schnelles Atmen (Tachypnea), Giemen, oder andere Atemwegsprobleme, die eine medizinische Behandlung nötig machten. Auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität, empfundene Atemnot, der Gesundheitszustand, die Lungenfunktion und das Ausmaß der Lungenüberblähung wurden erfasst.

Keine behandlungsbedürftigen Nebenwirkungen

Insgesamt nahmen 82 Patienten an der Untersuchung teil, 81 von ihnen schlossen die Untersuchung mit der letzten Nachuntersuchung nach sechs Monaten ab. Es gab in der Untersuchung keine Todesfälle und auch keine Nebenwirkungen des Verfahrens, die eine medizinische Behandlung erfordert hätten.

Mit TLD etwas um die Hälfte weniger Atemwegsprobleme

Zwischen drei und sechs Monate nach der Behandlung hatten 71 % der Teilnehmer, die die Scheinbehandlung erhalten hatten, Atemwegsprobleme, jedoch nur 32 % der Patienten, die mit TLD behandelt wurden. Die Wissenschaftler beobachteten auch Verbesserungen in der Lebensqualität, der empfundenen Atemnot und der Lungenfunktion. Für diese Bereiche ließen sich die Verbesserungen jedoch nicht statistisch nachweisen.

Die Wissenschaftler fassen zusammen, dass die Behandlung mit der gezielten Lungendenervierung (TDL) und Tiotropium eine nachweisliche Verringerung von Atemwegsproblemen mit sich brachte, im Vergleich zu einer Scheinbehandlung und Tiotropium. Ob sich die Behandlung auch nachweislich auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität, empfundene Atemnot, und die Lungenfunktion positiv auswirkt, konnte in dieser Untersuchung nicht belegt werden.

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