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Migräne

Ruhelose Beine, Kribbeln und komische Gefühle im Bein bei Ruhe: Welche Belastung stellt RLS bei Migränepatienten dar?

Original Titel:
Restless legs syndrome is associated with headache-related disabilities in patients with migraine: a prospective 7-year follow-up study.

DGP – Eine Untersuchung von Migränepatienten zeigte bei etwa jedem 5. Patienten eine zusätzliche Belastung durch das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Das Syndrom der ruhelosen Beine trug wesentlich zur Beeinträchtigung der Patienten bei, wie sich anhand verschiedener Fragebögen zu Migräne, depressiven Symptomen und Schlafqualität zeigte.


Das Restless-Legs-Syndrom (RLS), das Syndrom der ruhelosen Beine, betrifft im Schnitt 5–10 % der erwachsenen Bevölkerung. Es kann als eigenständige Erkrankung, also als primäre RLS, oder als Folge einer anderen Erkrankung auftreten. Häufig tritt es als Folge einer Stoffwechselstörung oder rheumatischen Erkrankung, infolge von Eisenmangel oder als Symptom einer Nierenproblematik auf, kommt aber auch häufiger bei Patienten mit Migräne vor. Wie sich die Belastung durch RLS bei Migränepatienten auswirkt, wurde aber bisher noch nicht gut untersucht.

Ruhelose Beine, Kribbeln und komische Gefühle im Bein bei Ruhe: Restless-Legs-Syndrom RLS

Dazu untersuchten Forscher nun den Einfluss einer RLS-Begleiterkrankung auf verschiedene klinische Aspekte der Betroffenen mit Migräne. Teilnehmer wurden dazu auf eine mögliche RLS-Erkrankung hin untersucht und nach 7 Jahren erneut befragt und untersucht. Patienten wurden zur Analyse der RLS-Gruppe zugeordnet, wenn entweder zu Beginn der Studie oder zur Nachbeobachtung eine RLS-Diagnose gestellt wurde. Die Patienten der nicht-RLS-Gruppe litten also zu keinem Zeitpunkt im Verlauf der Studie unter RLS. Bei allen Teilnehmern wurden die Belastung und Beeinträchtigung durch die Migräne mit dem MIDAS-Fragebogen (migraine disability assessment) ermittelt. Mögliche depressive Symptome wurden mit dem Beck-Depressionsinventar (BDI) ermittelt, und die Schlafqualität, die häufig besonders unter RLS leidet, wurde mit zwei Fragebögen (Pittsburgh sleep quality index, kurz PSQI, und Epworth sleepiness scale) abgeschätzt.

Welche Belastung stellt RLS bei Migränepatienten dar?

Insgesamt 101 Patienten mit Migräne nahmen an der Untersuchung teil. Zu Beginn der Untersuchung litten 16,8 % der Patienten unter RLS. Nach 7 Jahren waren 20,8 %, also jeder 5. Teilnehmer mit Migräne, von den ruhelosen Beinen betroffen. Insgesamt wurden 74 Migränepatienten der nicht-RLS-Gruppe zugeordnet, litten also bei keinem der Untersuchungstermine an RLS. 27 Patienten erfüllten dagegen zu mindestens einem der Zeitpunkte die diagnostischen Kriterien für RLS. Von den Betroffenen litten 11 Patienten durchgehend, also zu Beginn und zum Ende der Studie, unter RLS.

Migränepatienten mit RLS waren deutlich häufiger Raucher als Patienten ohne RLS. Außerdem war aber auch die Belastung ausgeprägter, wie sich mit den MIDAS- (Beeinträchtigung durch Migräne) und BDI-Werten (depressive Symptome) zum zweiten Untersuchungstermin zeigte. Bei den Patienten ohne RLS ging die langfristige Belastung (MIDAS und BDI) im Lauf der Zeit zurück – nicht aber bei den Patienten, die zusätzlich unter den unruhigen Beinen zu leiden hatten. Zum Ende der Studie hatten die Patienten ohne zusätzliche Belastung durch RLS deutlich niedrigere MIDAS-Werte als die RLS-Patienten, selbst nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen und Schlafqualität.

Etwa jeder 5. Patient litt unter starker zusätzlicher Beeinträchtigung durch RLS

Somit zeigte die Studie eine recht häufige Belastung von Migränepatienten durch zusätzliches RLS. Das Syndrom der ruhelosen Beine trug wesentlich auch zur Belastung und Beeinträchtigung der Patienten bei, wie sich anhand verschiedener Fragebögen zu Migräne, depressiven Symptomen und Schlafqualität zeigte. Bei Migräne könnte sich demnach auch eine Befragung zu möglichem RLS lohnen, um frühzeitig eingreifen und die Symptome lindern zu können.

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