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Multiple Sklerose

Epilepsie bei Menschen mit MS

Original Titel:
Epilepsy in multiple sclerosis: A nationwide population-based register study.

DGP – Hirnerkrankungen können zu Epilepsie führen. Schwedische Forscher untersuchten, ob Menschen mit MS daher ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Epilepsie haben. Sie fanden ein ein erhöhtes Risiko, dass aber immer noch gering ist. Die Forscher vermuten, dass mit zunehmendem Behinderungsgrad auch das Epilepsie-Risiko steigt.


Eine vorübergehende Störung von Nervenzellen der Hirnrinde löst einen epileptischen Anfall aus. Dabei senden die Nervenzellen plötzlich zeitgleich Signale und zwingen andere Nervenzellen sich ebenfalls diesem Rhythmus unterzuordnen. Abhängig von der Anzahl der beteiligten Nervenzellen und ihrer Lage im Gehirn sind die Auswirkungen ganz unterschiedlich. Daher ist auch nicht jeder epileptische Anfall ein starker Krampfanfall. Manche dauern nur Sekunden und bleiben unbemerkt oder äußern sich in einem leichten Muskelzucken, Kribbeln oder einem kurzen Aussetzer des Bewusstseins. Von Epilepsie spricht man, wenn die Anfälle nicht nur vereinzelt auftreten, was durch verschiedenste Faktoren von Schlafmangel bis Stoffwechselstörungen der Fall sein kann, sondern es eine Neigung des Gehirns für epileptische Anfälle gibt. Epilepsie kann als Folge von verschiedenen Hirnerkrankungen auftreten.

Risiko für MS-Patienten ist im Schnitt etwas mehr als doppelt so hoch wie für nicht betroffene Personen

Da MS auch eine Erkrankung des Gehirns ist, haben schwedische Forscher untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt. Dazu werteten sie die Daten aller Personen im schwedischen MS-Register aus und verglichen diese mit den Daten von gleichalterigen Männern und Frauen ohne MS aus dem Einwohnerregister. Sie errechneten anhand dieser Daten, dass das Risiko für die Personen ohne MS an Epilepsie zu Erkranken bei 1,4 % lag. Für Menschen mit MS errechneten sie ein Risiko von 3,5%. Damit erhöht MS laut der Berechnung der schwedischen Forscher das Risiko an Epilepsie zu erkranken. Zwischen den Verlaufsformen gab es dabei Unterschiede, bei Patienten mit einer schubförmigen MS war das Risiko geringer, als bei Patienten mit einer progressiven Verlaufsform (2,2 % bzw. 5,5 %). Auch mit zunehmender Erkrankungsdauer stieg das Risiko für Epilepsie bis auf 5,9 % bei Patienten die 34 Jahre oder länger mit MS lebten. Auch bei Patienten, die einen Behinderungsgrad auf der EDS-Skala von 7 oder mehr hatten, trat Epilepsie öfter auf als bei der Kontrolle oder dem Durchschnitt der MS-Patienten.

Medikamente und das Meiden von Auslösern helfen Anfälle bei einer Epilepsie vorzubeugen

Die Forscher schlussfolgerten aus ihren Berechnungen, dass eine MS-Erkrankung das Risiko für Epilepsie erhöht und dass es eine direkte Verbindung zwischen der Schwere der Erkrankung, gemessen am EDSS-Wert, und Epilepsie gibt. Auch wenn Patienten mit MS doppelt so häufig an Epilepsie erkranken, als der gesunde Durchschnittsbürger, so ist die Erkrankung auch unter MS-Patienten eher selten mit durchschnittlich 3 % bis 4 %. Mit Medikamenten kann die Epilepsie heute gut behandelt werden und Betroffene können selbst vorbeugen, z. B. durch regelmäßige Schlafenszeiten und dem vermeiden von Auslösern, wie flackerndem Licht.

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