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Lungenkrebs

Immun-Checkpoint-Hemmer plus Chemotherapie: bessere Ergebnisse als Einzeltherapie

Original Titel:
PD-(L)1 inhibitors vs. chemotherapy vs. their combination in front-line treatment for NSCLC: An indirect comparison.

DGP – Ist eine Kombinationstherapie die beste Behandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs? Ja, sagen chinesische Wissenschaftler.


Welche Therapie ist am erfolgversprechendsten bei der Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs: eine Chemotherapie, eine zielgerichtete Therapie mit Immun-Checkpoint-Hemmern oder eine Kombination daraus?

Übersichtsarbeit soll Wissenslücken schließen

Dieser Frage sind chinesische Forscher nachgegangen und haben in einer Übersichtsarbeit die Wirkung der verschiedenen Behandlungen miteinander verglichen. Sie werteten dazu die Ergebnisse von elf klinischen Studien mit insgesamt 6731 Teilnehmern mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs aus.

Immun-Checkpoint-Hemmer lösen Bremsen des Immunsystems

Bei den Immun-Checkpoint-Hemmern handelt es sich um Wirkstoffe, die sich gegen die Oberflächenmerkmale PD1 und PD-L1 wenden. Diese Oberflächenmerkmale helfen den Krebszellen dabei, das Immunsystem auszubremsen und nicht angegriffen zu werden. Antikörper, die an diese Oberflächenmerkmale binden, können diese Wirkung aufheben. Manche Tumore zeigen viel von diesen Oberflächenmerkmalen, andere jedoch nur wenig.

Immuntherapie vs. Chemotherapie: vergleichbare Ergebnisse

Die Forscher verglichen zunächst die Wirkung einer alleinigen Therapie mit Immun-Checkpoint-Hemmern mit einer Chemotherapie. Dabei zeigte sich bei der Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs kein Vorteil der Immuntherapie für Gesamtüberleben oder die Zeit, bis die Erkrankung voranschritt.

Kombinationstherapie vs. Chemotherapie: längere Wirksamkeit und längeres Überleben

Die Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie mit Immun-Checkpoint-Hemmern sorgte im Vergleich zur Chemotherapie für ein längeres durchschnittliches Überleben der Patienten. Auch blieb die Kombinationstherapie länger wirksam als die Chemotherapie allein.

Kombinationstherapie vs. Immuntherapie: durchschnittliches Überleben nicht länger

Im Vergleich zur Behandlung mit den Immun-Checkpoint-Hemmern allein wirkte die Kombinationstherapie länger. Der Zeitraum, bis die Erkrankung voranschritt, war unter der Kombination von Immuntherapie und Chemotherapie länger. Das durchschnittliche Überleben war jedoch nicht länger als bei der Immuntherapie allein.

Ausprägung der Oberflächenmerkmale kann entscheidender Unterschied sein

Die Wissenschaftler werteten auch aus, wie die Behandlungen jeweils abschnitten, je nachdem wie viel des Oberflächenmerkmals die Krebszellen der Patienten trugen. Ein Problem bei diesem indirekten Vergleich in der Übersichtsarbeit der Wissenschaftler war, dass die Menge an PD1 oder PD-L1 in den verschiedenen einbezogenen Untersuchungen nicht mit derselben Methode ermittelt wurde.

Patienten mit wenig PD-L1 profitierten von zusätzlicher Immuntherapie

Für Patienten, bei denen eine Häufigkeit von 1 % oder weniger PD-L1 festgestellt wurde, zeigte sich, dass eine kombinierte Therapie zu einem längeren durchschnittlichen Überleben und einer längeren Dauer, bis die Erkrankung voranschritt, führte, als eine Chemotherapie allein.

Patienten mit viel PD-L1 profitieren ebenfalls in vielen Fällen

Für Patienten, bei denen eine Häufigkeit von 50 % oder mehr PD-L1 festgestellt wurde, zeigte sich, dass eine kombinierte Therapie zu einem längeren durchschnittlichen Überleben und einer längeren Dauer, bis die Erkrankung voranschritt, führte, als die Behandlung mit Chemotherapie alleine. Im Vergleich zu einer Immuntherapie allein schnitt die Kombinationstherapie jedoch nur im Bereich des durchschnittlichen Überlebens besser ab.

Kombinationstherapie ist besser als Einzeltherapien – aber auch mehr Nebenwirkungen

Ein Nachteil der Kombination aus Immun-Checkpoint-Hemmern und Chemotherapie sind mehr Nebenwirkungen der Therapie. Trotzdem fassen die Wissenschaftler zusammen, dass eine Kombination aus Immun-Checkpoint-Hemmer (PD-1/PD-L1) und Chemotherapie bei der Behandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs besser abschneidet als jede Therapie allein.

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