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Multiple Sklerose

Cannabis bei Multipler Sklerose

Original Titel:
Assessment of Efficacy and Tolerability of Medicinal Cannabinoids in Patients With Multiple Sclerosis: A Systematic Review and Meta-analysis

DGPSpanische Forscher haben die Wirksamkeit von Wirkstoffen aus der Hanfpflanze bei Spastiken, Schmerzen und Blasenstörungen ausgewertet.


Medizinischer Cannabis und Zubereitungen aus der Hanfpflanze als Medikamente sind inzwischen auch in Deutschland erhältlich. Bestimmte Wirkstoffe aus der Hanfpflanze, die Cannabinoide, haben antispastische und schmerzlindernde Effekte. Für Menschen mit Multipler Sklerose sind sie daher in bestimmten Fällen ebenfalls eine Behandlungsoption. Insgesamt enthält Cannabis etwa 100 verschiedene Cannabinoide, darunter das berauschende und süchtig machende THC und Cannabidiol (CBD). Cannabidiol wirkt so gut wie gar nicht berauschend und ist daher besonders für medizinische Anwendungen interessant. Welche Rolle Cannabinoide bei der Behandlung bestimmter MS-Symptome spielen, ist bisher aber noch nicht ganz klar.

Wirkung auf Spastiken, Schmerzen und Blasenstörungen untersucht

Spanische Forscher haben sich daher die vorhandene Literatur zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von medizinischen Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo bei der Behandlung von Symptomen von MS-Patienten genauer angeschaut. In ihrer Übersichtsarbeit werteten sie Daten von klinischen Studien aus, die den Effekt von medizinischen Cannabinoiden auf Spastiken, Schmerzen und Blasenstörungen bei Erwachsenen mit MS untersuchten. Dabei berücksichtigten sie nur Untersuchungen, deren Aufbau den Regeln für gute wissenschaftliche Untersuchungen entsprachen. Die Cannabinoide in diesen Untersuchungen wurden entweder eingenommen oder als Mundspray über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Leichte Wirksamkeit nachweisbar, Anwendung insgesamt sicher

Insgesamt werteten die Wissenschaftler 17 Studien mit zusammengerechnet 3161 Menschen mit MS aus. Eine nachweisbare Wirkung der Cannabinoide im Vergleich zum Placebo zeigte sich bei der subjektiven Wahrnehmung der Betroffenen bei Spastiken, bei Schmerzen und Blasenstörungen. Eine objektiv messbare Besserung von Spastiken konnten die Wissenschaftler in den ausgewerteten Untersuchungen nicht finden. Die Wirkung der Cannbinoide auf die untersuchten Symptome der MS fassen die Wissenschaftler daher als begrenzt und eher leicht zusammen. Nebenwirkungen kamen vor, schwere Nebenwirkungen waren jedoch selten. Die Wissenschaftler geben daher an, dass eine Behandlung mit diesen Wirkstoffen als sicher angesehen werden kann. Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit zeigt, das der Nutzen von Cannabis für Menschen mit MS noch nicht vollständig geklärt ist und es weiterer Untersuchungen bedarf, um genauer herauszufinden, welche Patienten bei welchen Beschwerden von dem Einsatz profitieren.

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