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COPD

Sauerstoff mildert die Atemlosigkeit während Bewegungstest, nicht aber im alltäglichen Leben von COPD-Patienten mit normalen oder nur leicht verminderten Sauerstoffgehalt im Blut

Original Titel:
Oxygen for breathlessness in patients with chronic obstructive pulmonary disease who do not qualify for home oxygen therapy

DGPHilft eine Sauersofftherapie auch Patienten mit keinem oder nur geringen Sauerstoffmangel? Während gewisser Aktivitäten mindert der zusätzliche Sauerstoff die Atemnot. Im Alltag scheint es aber keine Hilfe zu sein.


Fast alle Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden unter Atemnot. Eine dauerhafte Sauerstofftherapie kann Menschen mit COPD und stark erniedrigtem Sauerstoffgehalt im Blut zu einem längeren Leben verhelfen. Doch hat eine Sauerstofftherapie auch für COPD-Patienten einen Nutzen, die unter keinem oder nur unter einem leichten Sauerstoffmangel im Blut leiden und somit die Kriterien für die Verordnung einer Sauerstofftherapie nicht erfüllen?

Lindert Sauerstoff Atemlosigkeit in Belastungssituationen?

Dieser Frage ging ein schwedisches Forscherteam nach. Sie untersuchten den Effekt einer Sauerstofftherapie auf die Atemnot und die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei COPD-Patienten mit höchstens leicht vermindertem Sauerstoffgehalt im Blut. Hierzu werteten die Autoren 44 Studien mit Daten von insgesamt 1195 Teilnehmern neu aus. Die Analyse ergab, dass die Atemlosigkeit während Aktivitäten durch die Sauerstofftherapie reduziert werden konnte (32 Studien mit insgesamt 865 Teilnehmer). Eine kurzzeitige Sauerstoffgabe vor der Aktivität hatte jedoch keinen Effekt auf die Atemnot der COPD-Patienten (4 Studien mit insgesamt 90 Teilnehmern). Wurden die Aktivitäten in Bewegungstests und Aktivitäten des täglichen Lebens unterteilt, wurde deutlich, dass die Sauerstoffgabe während der Bewegungstests die Atemlosigkeit reduzierte (25 Studien mit insgesamt 442 Patienten), während diese auf die Atemnot im täglichen Leben keinen Einfluss hatte (2 Studien mit insgesamt 274 Patienten). Die Sauerstoff-Therapie hatte ebenso keinen ersichtlichen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten (5 Studien mit insgesamt 267 Patienten).

Im Alltag keine Hilfe

Die Autoren der Studien sind der Meinung, dass eine Sauerstoff-Gabe während gewisser Aktivitäten die Atemnot bei COPD-Patienten, die höchstens eine kleine Verminderung des Sauerstoffgehalts im Blut aufweisen, lindern kann. Diese Annahme bestätigte sich jedoch nur in Bewegungstest und nicht in alltäglichen Lebenssituationen. Auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität hatte die Sauerstofftherapie ebenfalls keinen Einfluss.

 

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