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Darmkrebs

Darmkrebs im Stadium III: besser minimalinvasive statt offene Operation

Original Titel:
Minimally invasive surgery for stage III colon adenocarcinoma is associated with less delay to initiation of adjuvant systemic therapy and improved survival

DGP – Darmkrebs-Patienten, die sich mit der minimalinvasiven Methode operieren ließen, konnten häufiger innerhalb des empfohlenen Zeitraums die adjuvante Therapie starten als Patienten, die offen operiert wurden. Dies wirkte sich positiv auf das Überleben der Patienten aus.


Die Operation bildet den Grundstein der Darmkrebs-Behandlung. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, mit denen der Tumor entfernt werden kann. Während bei der offenen Operation ein langer Einschnitt gemacht wird, um zu dem Darm vorzudringen, genügen bei der minimalinvasiven Operationsmethode schlüssellochgroße Einschnitte. Ein Vorteil der minimalinvasiven Operationsmethode ist, dass diese mit einem geringeren körperlichen Eingriff verbunden ist und sich der Patient somit schneller von diesem erholen kann. Dass der Patient schnell wieder fit ist, kann eine entscheidende Rolle spielen. Hat der Darmkrebs nämlich bereits Lymphknoten, nicht aber weiter entfernt liegende Körperregionen befallen (Stadium III), wird dem Patienten empfohlen, sich nach der Operation einer Chemotherapie oder Radiochemotherapie (adjuvante Therapie) zu unterziehen – möglichst innerhalb von 8 Wochen, da dies laut einer Studie den größten Überlebensvorteilt brachte (Studie von Gao und Kollegen, 2018 in der medizinischen Fachzeitschrift BMC cancer veröffentlicht). Es liegt der Verdacht nahe, dass Patienten, die mit dem minimalinvasiven Verfahren operiert wurden, schneller wieder fit sind und folglich schneller mit der adjuvanten Therapie beginnen können als Patienten, die sich der offenen Operation unterzogen haben. Dies könnte sich wiederum positiv auf das Überleben der Patienten auswirken. Wissenschaftler aus den USA und Kanada gingen diesem Verdacht nach.

Patienten mit Darmkrebs im Stadium III unterzogen sich entweder einer offenen oder einer minimalinvasiven Operation

Die Wissenschaftler suchten in einer Datenbank nach Patienten mit Darmkrebs im Stadium III, die sich einer Operation unterzogen hatten. Je nachdem, ob sie mit dem offenen oder dem minimalinvasiven Verfahren operiert wurden, wurden sie in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Patientengruppen wurden für die Studie so ausgewählt, dass sie, ihre Krebserkrankungen und die Einrichtungen, in denen sie behandelt wurden, in möglichste vielen Eigenschaften (bis auf die Operationsmethode) übereinstimmten. Schließlich konnten 33182 Patienten, die minimalinvasiv operiert wurden, mit 33182 Patienten, die sich einer offenen Operation unterzogen, miteinander verglichen werden. Dabei interessierte die Wissenschaftler vor allem, wie häufig die Patienten erst verzögert (mehr als 8 Wochen nach der Operation) mit der adjuvanten Therapie beginnen konnten und wie viele Patienten auch nach 5 Jahren noch lebten.

Die Patienten profitierten von dem minimalinvasiven Verfahren stärker als von der offenen Operation

Die Auswertung der Daten zeigte, dass Patienten die minimalinvasiv operiert wurden, häufiger bereits innerhalb von 8 Wochen nach dem Eingriff mit der adjuvanten Therapie starten konnten als Patienten, die stattdessen mit dem offenen Verfahren operiert wurden (minimalinvasive Operation: 49 % vs. offene Operation: 42 %). Das wirkte sich auf das Überleben der Patienten aus. Die Wissenschaftler stellten nämlich fest, dass eine verzögerte adjuvante Therapie (später als 8 Wochen nach der Operation) mit einem schlechteren 5-Jahres-Überleben zusammenhing. Dementsprechend hatten Patienten mit der minimalinvasiven Operation ein besseres Überleben als Patienten mit der offenen Operation – und zwar auch dann, wenn Todesfälle innerhalb der ersten 90 Tage nach dem Eingriff aus der Wertung ausgeschlossen wurden.

Patienten mit Darmkrebs im Stadium III konnten die adjuvante Therapie häufiger im empfohlenen Zeitraum (innerhalb von 8 Wochen nach der Operation) starten, wenn sie sich mit der minimalinvasiven statt der offenen Methode operieren ließen. Dies wirkte sich positiv auf das Überleben der Patienten aus. Die Autoren der Studie schlussfolgerten, dass – wenn die Möglichkeit besteht – bei Patienten mit Darmkrebs im Stadium III die minimalinvasive Operationsmethode bevorzugt werden sollte.

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