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Migräne

Erfolglose Migräneprophylaxe mit Botulinumtoxin: wie gut ist die Prognose mit Galcanezumab?

Original Titel:
Positive Response to Galcanezumab Following Treatment Failure to OnabotulinumtoxinA in Patients With Migraine: Post hoc Analyses of 3 Randomized Double‐Blind Studies

Kurz & fundiert

  • CGRP-Antikörper wie Galcanezumab stellen eine neue Option für Migränepatienten dar
  • Neue Analyse dreier klinischer Studien: wie gut wirkt das neue Mittel nach erfolgloser Therapie mit Onabotulinumtoxin A?
  • Zahl der Kopfschmerztage sank um mehr als die Hälfte bei 41–48 % dieser Patienten

DGP – Ein Forscherteam analysierte die Daten von drei klinischen Studien neu: wie erfolgreich ist die Migränebehandlung mit dem CGRP-Antikörper Galcanezumab, wenn Betroffene bereits erfolglos mit Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren? Galcanezumab stellt demnach auch für diese Migränepatienten eine Behandlungsoption dar. In dieser Patientengruppe sank in den analysierten klinischen Studien die Zahl der Kopfschmerztage bei 41–48 % der Patienten um mehr als die Hälfte.


Der neue Wirkstoff gegen Migräne Galcanezumab ist ein sogenannter humanisierter monoklonaler Antikörper gegen des kleine Eiweißmolekül CGRP (kurz vom engl. calcitonin gene‐related peptide). Die Substanz ist zur vorbeugenden Behandlung (Prophylaxe) bei episodischer und chronischer Migräne zugelassen. Seitdem konnten einerseits Erfahrungen mit der Behandlung im normalen Leben gesammelt werden, aber auch die Daten aus den bisherigen klinischen Studien aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden. Für Patienten ist es beispielsweise wichtig zu wissen, ob die Behandlung für sie speziell eine sinnvolle Option darstellt. Dies ist gerade dann besonders relevant, wenn schon mehrere Prophylaxen eingesetzt wurden und gescheitert sind. Ein Forscherteam analysierte nun die Daten von drei klinischen Studien, um zu ermitteln, ob die Behandlung mit Galcanezumab bei Betroffenen erfolgreich war, die vorher bereits erfolglos mit Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren.

Erfolglose Migräneprophylaxe mit Botulinumtoxin: wie gut ist die Prognose mit Galcanezumab?

Diese nachträgliche Analyse nutzte Daten von drei im Doppelblindverfahren durchgeführten, placebokontrollierten Phase-III-Studien. Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne hatten in diesen Studien entweder 120 mg oder 240 mg Galcanezumab oder aber das Placebo erhalten. Die jeweilige Substanz wurde je nach Studie monatlich für ein halbes Jahr oder für drei Monate unter die Haut injiziert. Von den Teilnehmern, die mit Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren, aber deren Migräne sich nicht oder nur ungenügend damit verbesserte, oder die diese Behandlung nicht vertrugen, wurden Behandlungsdaten, Kopfschmerztage pro Monat und Veränderungen dieser Zahl im Vergleich zum Zeitraum vor der Behandlung im Zeitraum der ersten drei Behandlungsmonate mit Galcanezumab verglichen.

Neue Analyse klinischer Studiendaten

Aus 2886 teilnehmenden Patienten konnten 129 Patienten ermittelt werden, die erfolglos vorher mit Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren. Dabei zeigte sich eine signifikante Abnahme der Kopfschmerztage im Vergleich zum Vorbehandlungszeitraum mit 120 mg (‐3,91 Tage) und 240 mg (‐5,27 Tage) mit der Galcanezumab-Therapie. Das Placebo erreichte lediglich eine Verbesserung um ‐0,88 Tage über drei Monate. Diese Ergebnisse waren vergleichbar, wenn die Forscher nur Patienten mit chronischer Migräne betrachteten (Galcanezumab: 120 mg, ‐3,18; 240 mg, ‐4,26; Placebo: +0,16), oder aber Patienten, die auch Akutbehandlungen einsetzten (Galcanezumab: 120 mg, ‐4,35; 240 mg, ‐4,55; Placebo: -0,83). Insgesamt sank mit dem Placebo bei nur 9,4 % der Patienten die Zahl der Kopfschmerztage um mehr als die Hälfte in den Behandlungsmonaten 1–3, aber bei 41,3 % der Patienten mit 120 mg Galcanezumab und bei 47,5 % der Patienten mit 240 mg Galcanezumab.

Gute Erfolgsaussichten mit dem Antikörper für viele Betroffene selbst nach erfolgloser Therapie mit Onabotulinumtoxin A

Der CGRP-Antikörper Galcanezumab stellt demnach auch für solche Migränepatienten eine Behandlungsoption dar, die bereits erfolglos mit Onabotulinumtoxin A behandelt worden sind. In dieser Patientengruppe sank in den analysierten klinischen Studien die Zahl der Kopfschmerztage bei 41–48 % der Patienten um mehr als die Hälfte.

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