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Depression

Gesundes Hobby Pilates: Besserer Schlaf, bessere Laune, weniger Erschöpfung für Damen nach der Menopause

Original Titel:
Effects of Pilates training on sleep quality, anxiety, depression and fatigue in postmenopausal women: A randomized controlled trial

Kurz & fundiert

  • Frauen in den Wechseljahren haben nicht selten mit Schlafproblemen, depressiven Symptomen und Erschöpfung (Fatigue) zu kämpfen
  • Unter den vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten finden sich auch leicht umzusetzende wie etwa Sport
  • 3-monatiges Pilatesprogramm besserte bei Frauen über 60 (nach der Menopause) messbar Schlaf, Erholung und Stimmung

DGP – Schlafprobleme in den Wechseljahren sind keine Seltenheit. Frauen leiden aber während und nach der Menopause (Wechseljahre) häufig nicht nur unter Schlaflosigkeit, sondern auch unter depressiven Symptomen. Neben verschiedenen Behandlungsansätzen wird auch vermehrt auf ergänzende Methoden gesetzt, die den Schlaf verbessern und darüber auch Depressionen lindern helfen sollen. Spanische Forscher untersuchten, wie viel ein Bewegungsprogramm zur Linderung solcher Symptome beitragen kann. Ein Sportprogramm mit Pilates über drei Monate brachte den Teilnehmerinnen spürbare Besserungen des Schlafs, der Stimmung und der allgemeinen Energie.


Insomnia, also Schlaflosigkeit, und depressive Symptome treten während der Menopause häufig gemeinsam auf, mit daraus folgenden negativen Konsequenzen für die Gesundheit (Caruso und Kollegen, 2019 im Fachjournal Maturitas erschienen) – beide können sich dabei auch gegenseitig verstärken. Dieser Zusammenhang zwischen Schlaf und Stimmung ist auch aus anderen Lebensphasen des Menschen bekannt. Forscher glauben inzwischen, dass die Behandlung der Schlaflosigkeit ein wichtiges Element sein könnte, um auch die depressiven Symptome erfolgreich zu lindern.

Schlafprobleme in den Wechseljahren und depressive Symptome kommen oft gemeinsam

Zielsetzung aktueller Forschung ist es daher, Methoden einzusetzen, die mehrere Symptome des Hormonwechsels zugleich bessern können. Kürzlich hat die Italienische Vereinigung der Schlafmedizin (Silvestri und Kollegen, 2019 in der Fachzeitschrift Maturitas veröffentlicht) eine Zusammenfassung der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten nach der Menopause erstellt. Abhängig von Begleitsymptomen wurden dabei Hormontherapien, kognitive Verhaltenstherapien, aber auch Medikamente zur Besserung der Probleme genannt. Ebenso werden aber auch leichtere Methoden wie Sportprogramme genannt, die zumindest ergänzend eine wichtige Rolle spielen können.

Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten – darunter auch leicht umzusetzende wie etwa Sport

Spanische Forscher untersuchten nun, wie viel ein solches Bewegungsprogramm bei Schlafproblemen und depressiven Symptomen bewirken kann. Dazu luden sie Damen ab 60 Jahren, nach der Menopause, zu einem Sportprogramm mit Pilates über drei Monate ein. Die Untersuchung wurde randomisiert kontrolliert durchgeführt – Teilnehmerinnen wurden also zufällig der Pilatesgruppe oder einer Kontrollgruppe zugeordnet. Mit spezialisierten Fragebögen wie dem PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index) ermittelten die Wissenschaftler die Schlafqualität und selbst-eingeschätzte Erschöpfung (Fatigue). Ebenso erfassten sie mit einem Fragebogen Ängste und Depressionen.

Wie viel bewirkt ein leichtes Sportprogramm nach der Menopause?

Insgesamt nahmen 110 Frauen im durchschnittlichen Alter von 69,15 Jahren an der Untersuchung teil. 55 der Damen wurden der Kontrollgruppe zugeordnet, 55 nahmen an den Bewegungsübungen teil. In allen Aspekten der Schlafqualität (PSQI-Fragebogen) fanden die Wissenschaftler nach Abschluss der drei Monate klar messbare Verbesserungen in der Pilatesgruppe im Vergleich zur Befragung vor Beginn des Bewegungsprogramms. Diese Effekte waren klein bis mittel, aber auch in der Gesamteinschätzung des Schlafes nachweisbar. Auch im Vergleich mit der Kontrollgruppe nach Abschluss des Programms unterschieden sich Schlafdauer und das Ausmaß an Schlafstörungen. Neben dem verbesserten Schlaf besserten sich aber auch depressive Symptome in der Sportgruppe und Ängste. Die bewegten Teilnehmer verspürten auch weniger Erschöpfung nach Abschluss des Programms.

Gesundes Hobby Pilates: Besserer Schlaf, bessere Laune, weniger Erschöpfung

Die Forscher schließen daraus, dass für Schlafprobleme in den Wechseljahren sowie bei depressiven Symptomen in oder nach der Menopause ein leichtes Sportprogramm über mehrere Wochen spürbare Besserungen bringen kann. Neben Schlaf und Stimmung besserten sich auch Erschöpfungssymptome. Im höheren Alter ein solches Hobby aufzugreifen könnte also weitreichende positive Auswirkungen haben.

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