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Vistusertib plus Paclitaxel: Vielversprechende Ergebnisse bei resistentem Plattenepithelkarzinom

Original Titel:
Vistusertib (dual m-TORC1/2 inhibitor) in combination with paclitaxel in patients with high-grade serous ovarian and squamous non-small-cell lung cancer

DGPDie ersten Ergebnisse für die Behandlung mit Vistusertib und Paclitaxel bei einem resistent gewordenen Plattenepithelkarzinom der Lunge sind vielversprechend. So vielversprechend, dass eine Phase-II-Studie noch vor Ende der Phase I startete.


Wissenschaftler berichten von vielversprechenden ersten Ergebnissen eines neuen zielgerichteten Wirkstoffes in Kombination mit dem Chemotherapiewirkstoff Paclitaxel bei nicht-kleinzelligem Plattenepithelkarzinom.

Therapie könnte zum Einsatz kommen, wenn andere Therapien nicht mehr wirken

Das Plattenepithelkarzinom ist eine spezielle Unterform des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses. Sie machen etwa jeden vierten Fall von nicht-kleinzelligen Lungenkrebs aus. Forscher berichten von einem neuen zielgerichteten Wirkstoff namens Vistusertib, der in Kombination mit einer Chemotherapie mit Paclitaxel, bei Patienten mit dieser Krebsart half, wenn alle anderen Behandlungen versagt hatten.

Gut verträglich und akzeptable Nebenwirkungen

In einer Phase-I-Studie untersuchten die Wissenschaftler zunächst die Sicherheit der Kombination. An der Studie konnten Patientinnen mit Eierstockkrebs und Lungenkrebspatienten teilnehmen. Die Kombination aus Vistusertib und Paclitaxel zeigte sich als gut verträglich und mit überschaubaren Nebenwirkungen.

Tumore schrumpften, Behandlung wirkte sechs Monate

Hinsichtlich der Wirksamkeit beobachteten die Forscher, dass bei 52 % der teilnehmenden Eierstockkrebspatientinnen und 35 % der Lungenkrebspatienten die Große der Tumore um fast ein Drittel zurückging (30 %). Für beide Krebsarten, die bei den teilnehmenden Patienten gegen alle anderen verfügbaren Behandlungen einschließlich der Chemotherapie, resistent geworden waren, wirkte die Behandlung durchschnittlich 5,8 Monate.

Vistusertib wird bereits in Phase-II-Studie untersucht

Diese Ergebnisse sind deutlich besser als die Standardbehandlung für Patienten, die bereits mit einer Standardbehandlung behandelt worden und nun resistent gegen diese geworden sind. Die Phase I der Erprobung des neuen Wirkstoffs war sogar so erfolgreich, dass eine Phase-II-Studie gestartet wurde, noch während die Phase-I-Studie noch weiterlief.

Behandlung unterbricht Signalprozesse, die Resistenzen ermöglichen

Als Wirkungsweise von Vistusertib in Kombination mit Paclitaxel vermuten die Wissenschaftler, dass die Behandlung einen Signalprozess unterbricht, der Krebszellen mittels des Moleküls p-SK1 beim Wachsen und der Resistenz gegenüber Chemotherapie hilft.

Vielversprechender neuer Ansatz

Somit ist Vistusertib in der Kombination mit Paclitaxel ein vielversprechender neuer Therapieansatz für Patienten mit einem resistenten nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinom. Bis die Behandlung zum Standard in diesen Fällen werden kann, müssen aber Wirksamkeit, Sicherheit und Nebenwirkungen noch in weiteren Studien untersucht und die Zulassung beantragt werden.

Klinische Studien können für manche Lungenkrebspatienten interessant sein

Der Hersteller von Vistusertib führt aktuell eine Phase-II-Studie durch, in der auch noch andere Wirkstoffe getestet werden. Die Eckpunkte der Studie finden Interessierte entweder im Europäischen Register klinischer Studien oder im amerikanischen Studienregister Clinical Trials.gov. Auf der Webseite des Herstellers des Wirkstoffs ist zudem eine Übersicht der Orte, an denen die Studie durchgeführt wird, zu finden sowie Angaben zu den Voraussetzungen. In Deutschland könnte zukünftig eine Rekrutierung laut der Webseite noch stattfinden, in Österreich ist eine Aufnahme in die Studie anscheinend aktuell noch möglich. Betroffene, die sich für die Teilnahme an einer klinischen Studie interessieren, sollten mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, ob das für sie infrage kommen könnte.

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