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Multiple Sklerose

Mehr Vitamin D bei schubförmiger MS: eventuell besser?

Original Titel:
Randomized trial of daily high-dose vitamin D3 in patients with RRMS receiving subcutaneous interferon β-1a

Kurz & fundiert

  • Hilft Nahrungsergänzung mit Vitamin D bei Multipler Sklerose?
  • Klinische Studie: ergänzend zu Basistherapie mit Interferon beta-1a Placebo oder hochdosiertes Vitamin D
  • Hinweise auf Vorteile im bildgebenden Verfahren, aber keine Vorteil in der Krankheitsaktivität (NEDA-3)

 

DGP – Vitamin D hat antiinflammatorische Effekte. Ob erhöhte Mengen an Vitamin D bei Multipler Sklerose aber hilft, ist bisher noch weitgehend unklar. In einer klinischen Studie wurde die Wirkung von hochdosiertem Vitamin D im Vergleich zu Placebo ergänzend zur Behandlung mit Beta-Interferon untersucht. Im NEDA-3-Wert zeigte sich kein Unterschied zwischen Placebo und Vitamin D nach 48 Wochen, bildegebende Daten deuteten jedoch auf mögliche Vorteile der Ergänzungsbehandlung.


Vitamin D-Mangel begünstigt vermutlich die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose. Vitamin D scheint antiinflammatorisch zu wirken und könnte dadurch auch bei einer aktiven Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Der Effekt von erhöhter Vitamin D-Zufuhr bei der MS ist aber bisher noch weitgehend unklar.

Hilft Vitamin D bei Multipler Sklerose?

In dieser klinischen Studie der Phase II wurde der Effekt von hochdosiertem Vitamin D bei schubförmiger Multipler Sklerose untersucht. Dazu wurden Patienten zufällig entweder einem Placebo oder dem Vitamin D-Öl zugewiesen. Dies sollten sie jeweils täglich ergänzend zu ihrer bereits mindestens seit drei Monaten durchgeführten Therapie mit Beta-Interferon (Interferon beta-1a) einnehmen. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Nahrungsergänzung mit Vitamin D wurde nach 48 Wochen analysiert.

Klinische Studie mit über 200 Patienten

Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose in Behandlung mit Beta-Interferon (dreimal pro Woche) und einem Blutgehalt an Vitamin D (Serum 25(OH)D) unter 150 nmol/l wurden zwischen 2011 und 2015 in die Studie aufgenommen. Die Forscher ermittelten den Anteil der Patienten, die nach 48 Wochen der Behandlung kein Anzeichen von Krankheitsaktivität aufwiesen, den sogenannten NEDA-3-Wert. Dies bedeutet, dass Patienten keine Rückfälle erlitten, der EDSS-Wert (das Ausmaß der Behinderung durch die Erkrankung) nicht fortgeschritten war und keine neuen Schädigungen in den bildgebenden Verfahren gefunden wurden. Die Dosierung des Vitamin D-Präparats lag bei 14 007 IU/Tag.

229 Patienten nahmen an der Studie teil. 116 der Teilnehmer erhielten zusätzlich zu ihrer Standardbehandlung das Placebo, 113 Patienten erhielten das hochdosierte Vitamin D. Nach 48 Wochen hatten 36,3 % der Patienten mit Vitamin D den NEDA-3-Status. Vergleichbar viele der Patienten mit dem Placebo (35,3 %) zeigten ähnlich gute Wirkung der Basistherapie. Im Vergleich zum Placebo zeigten sich allerdings bessere Ergebnisse im bildgebenden Verfahren (Magnetresonanztomographie MRT) mit Blick auf die Gesamtzahl aktiver Schädigungen im Nervensystem und mit Blick auf eine Veränderung der Gesamtzahl von Nervensystemschäden im Vergleich zum Studienbeginn.

Kein Unterschied im NEDA-3, aber eventuelle Vorteile in der Bildgebung

Damit konnte die Studie mit dem NEDA-3-Wert keinen Unterschied in einer ergänzenden Behandlung mit hochdosiertem Vitamin D im Vergleich zu einem Placebo finden. In beiden Patientengruppen erreichte etwa ein Drittel der Patienten mit der Basistherapie (Beta-Interferon) den Stand, dass kein Anzeichen von Krankheitsaktivität gefunden wurde. Weitergehende Analysen der Bildgebungs-Daten deuteten jedoch auf Vorteile der Vitamin D-Ergänzung, die in weiteren Untersuchungen genauer betrachtet werden sollten.

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