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Darmkrebs

Darmkrebs-Patienten profitieren von einer Behandlung in einer zertifizierten Klinik

Original Titel:
Evidence-based quality standards improve prognosis in colon cancer care

DGP – Wenn Krankenhäuser, die sich auf die Behandlung von Darmkrebs spezialisiert haben, bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, könnten sie die Zertifizierung als Darmkrebszentrum erhalten. Wissenschaftler stellten in der vorliegenden Studie fest, dass Patienten davon profitierten, wenn sie in einem solchem Krankenhaus statt in einer nicht zertifizierten Klinik behandelt wurden.


Um Darmkrebs-Patienten die bestmögliche Behandlung bieten zu können, müssen Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. Wenn sich Kliniken auf die Behandlung von Darmkrebs spezialisiert haben, können sie eine Zertifizierung als Darmkrebszentrum beantragen. Daraufhin wird dann geprüft, ob sie die hohen Qualitätsstandards erfüllen. Wichtig sind vor allem viel Erfahrung mit der Erkrankung, was unter anderem an der Anzahl durchgeführter Darmkrebs-Operationen gemessen wird, und eine Behandlung nach dem aktuellsten Wissenstand. Diese soll durch regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen und das Richten nach aktuellen Leitlinien sichergestellt werden. Doch macht es tatsächlich einen Unterschied, ob der Patient in einer Klinik behandelt wird, die diese Qualitätskriterien erfüllt? Dieser Frage gingen bereits Wissenschaftler aus Regensburg nach. Sie stellten fest, dass Darmkrebs-Patienten einen Überlebensvorteil hatten, wenn sie in einem zertifizierten statt in einem nicht zertifizierten Krankenhaus behandelt wurden (Studie von Völkel und Kollegen, 2018 in der Fachzeitschrift Das Gesundheitswesen veröffentlicht). Wissenschaftler aus Dresden ergänzten nun die derzeitige Datenlage zu dieser Thematik.

Wissenschaftler werteten Daten von mehr als 6000 Darmkrebs-Patienten aus Sachsen aus

Die Wissenschaftler aus Dresden nutzten die Daten einer großen gesetzlichen Krankenversicherung, die zwischen 2005 und 2015 in Sachsen erhoben wurden. Diese beinhalteten Informationen von 6186 Darmkrebs-Patienten, die sich aufgrund der Krebserkrankung einer Operation unterzogen hatten. Die Patienten waren im Durchschnitt 74,1 Jahre alt und etwa die Hälfte (51,1 %) war männlich. Etwa jeder dritte Patient (34,3 %, 2120 Patienten) wurde in einem zertifizierten Krankenhaus behandelt. Die Wissenschaftler verglichen den Krankheitsverlauf von Patienten, die sich in einer zertifizierten Klinik in Behandlung befanden, mit denen, die in einem nicht zertifizierten Krankenhaus behandelt wurden.

Im Vergleich zu nicht zertifizierten Kliniken schnitten zertifizierte Kliniken besser ab

Bei dem Vergleich zwischen den Kliniken, schnitten die zertifizierten Kliniken besser ab als die Kliniken, die keine Zertifizierung besaßen. Das äußerte sich darin, dass die Patienten, die in einer zertifizierten Klinik behandelt wurden, sowohl ein besseres allgemeines Überleben als auch ein besseres krankheitsspezifisches Überleben zeigten. Und auch eine zweite Operation innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Operation war bei den Patienten, die sich in einer zertifizierten Klinik in Behandlung befanden, seltener nötig. Den Analysen zufolge war der positive Effekt von zertifizierten Kliniken unabhängig von der Größe des Krankenhauses.

Darmkrebs-Patienten schienen somit davon zu profitieren, wenn die Klinik, in der sie sich in Behandlung befanden, zertifiziert war – das heißt, dass sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllte. Diese Qualitätsstandards trugen demnach dazu bei, dass der Patient eine bessere Versorgung erhielt.

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